VW-Vorstand gegen Dieselprivileg: Ein unmoralischer Standpunkt!

Vorab: ja, ich fahre ein Diesel-Fahrzeug, und ja, ich bin vom sogenannten „Dieselskandal“ betroffen.
Von daher ist es wahr, dass ich über die Autokonzerne, insbesondere über VW, sehr verärgert bin. Die nun vom VW-Vorstandschef Matthias Müller getätigte Aussage, den Steuervorteil für den Dieselkraftstoff zu hinterfragen, lässt meine Verärgerung in Entrüstung umschlagen.

Wir halten fest: Die Autokonzerne –allen voran Volkswagen- betrügen seit Jahren die Dieselfahrer mit einer sogenannten Schummel-Software, die deren Abgaswerte auf dem Prüfstand besser aussehen lassen als sie tatsächlich auf der Straße sind. Der Betrug fliegt auf. Das hat zur Folge, dass Dieselfahrzeuge mit einer neuen Software ausgerüstet werden müssen. Der deutsche Großkonzern VW übernimmt die Kosten der Umrüstung. Das war´s dann aber auch für die deutschen Autofahrer. Im Gegensatz für die US-amerikanischen; die bekommen nämlich eine Entschädigung und deren Fahrzeuge können sie auch zurückgeben. Für deutsche Autofahrer sieht VW da keinen Handlungsbedarf. Auch die nach der Umrüstung der deutschen Dieselfahrzeuge und möglicherweise mit dieser im Zusammenhang stehenden Folgeschäden übernimmt VW nicht.
Fazit: Der Ruf der Dieselfahrzeuge ist massiv geschädigt. Neben drohenden Fahrverboten vor allem in Städten sind die privaten Autofahrer, Handwerker, Gewerbetreibenden und Unternehmer massiv verunsichert, ob und wie lange sie ihre Fahrzeuge noch nutzen können. Dass der Absatz mit dem Verkauf von Dieselautos kontinuierlich sinken wird bzw. schon gesunken ist, ist eine logische Folge.
Wenn nun der Vorstandschef von VW ankündigt, die sogenannten Dieselprivilegien zu überdenken, so ist das an Unmoral nicht zu überbieten. VW verkauft ein schadhaftes Fahrzeug, macht Profit, solange diesen Betrug keiner bemerkt. Als der Betrug bekannt wird und VW merkt, dass mit Dieselfahrzeugen keine profitable Zukunft mehr zu machen ist, wird dem schlechten Auto noch ein schlechter Standpunkt hinterhergeworfen, welcher dem Dieselfahrzeug offensichtlich die letzte Akzeptanz rauben soll.
Gleichzeitig -und das ist das Geniale daran- orakelt der VW-Chef, wofür diese Gelder künftig eingesetzt werden sollten: für die Förderung der Elektro-Mobilität, dem neuen Marktsegment der Autokonzerne. Wenn künftig die Staatsgelder in diese Antriebstechnik gesteckt werden, braucht VW dies nicht selbst zu tun, spart sich also diese Entwicklungsgelder.
Der Diesel-Autofahrer würde also doppelt zur Kasse gebeten: einmal mit dem Wertverlust seines Fahrzeugs und zum anderen mit dem Wegfall von Steuervorteilen für den Dieselkraftstoff. Ein Konzern wie VW dagegen würde doppelt Gewinn machen: einmal spart der Konzern die Entschädigung an die deutschen Autofahrer, zum anderen kurbelt er mit dem Vorschlag, E-Mobile zu fördern, den eigenen Absatz an.

Andrea Kersten, MdL

18.12.2017

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