Lehrer-Verbeamtung: Ohne Besserung der Rahmenbedingungen nicht sinnvoll

Zu den anhaltenden Diskussionen über ein Für und Wider der Lehrerverbeamtung in Sachsen äußert sich Andrea Kersten, MdL, bildungspolitische Sprecherin und Mitglied der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

„Nun findet die SPD einen Punkt, der es ihr unmöglich macht, den CDU-Plänen zuzustimmen. Lehrer aus der DDR ohne Referendariat werden im CDU-Papier ausgespart. Weil in ihren Augen ungerecht, soll das Thema verändert, angepasst, revidiert werden. Vielleicht finden danach die Christdemokraten weitere Reibungspunkte. Dieses andauernde Hick-Hack um im Kern nur kleine Baustellen demonstriert allerdings nahezu perfekt, an welchen Krankheiten der gesamte Entwurf, sächsische Lehrer in den Beamtenstatus zu überführen, leidet: Er schafft Ungleichheiten unter den Pädagogen und stiftet über kurz oder lang Unfrieden, Neid, Missgunst und vielleicht auch Wut. Wut über die Kollegen, die besser gestellt sind, Wut über die Regierung, die sich nicht getraut hat, die eigentlichen Probleme anzugehen.

So sehr die Blaue Gruppe den Lehrern im Freistaat eine bessere Bezahlung und gesicherte Stellung gönnt, ist es nicht damit getan, den meisten eine Beamtenlaufbahn zu bieten. Denn auch diese Staatsdiener würden weiterhin vor überfüllten Klassen stehen. In Schulgebäuden, die überfüllt sind und teilweise vor sich hin gammeln. Mit Schülern, die weiterhin trotz mangelnder Deutschkenntnisse nicht separat beschult werden und damit den Unterricht aufhalten. Erst wenn all jene Rahmenbedingungen geklärt wären, kann man vielleicht auch über eine Verbamtung nachdenken.

So setzt man allerdings den zweiten Schritt vor den ersten.“

26.01.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

frei und konservativ

 

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