Straftaten in Schulen: Bedauern die Grünen den Rückgang?

Petra Zais, Bildungspolitikerin der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag, bilanzierte ihre Anfrage nach Straftaten in Sächsischen Schulen mit einer Forderung nach Registrierung von Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen, da eine statistische Führung „Willkür“ vorbeuge.

Dazu Andrea Kersten, MdL und bildungspolitische Sprecherin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

„Wie die Zahlen aus Frau Zais‘ Anfrage belegen, sinken die Straftaten an Sachsens Schulen. Das ist wohl auch eine Folge der Erziehungsstrafen und Ordnungsmaßnahmen, die Lehrer gegen Missetäter verhängen. Da sollte sich die Kollegin der Grünen doch freuen. Stattdessen erweckt sie den Anschein, den Rückgang zu bedauern: Wie schade, dass die angewandten Mittel fruchten. Ansonsten würde sie wohl nicht auf den reichlich verqueren Gedanken kommen, Lehrern mittels einer Pressemitteilung Willkür bei der Verhängung von Strafen zu unterstellen. Wenn aber Pädagogen Konsequenzen ziehen, geschieht dies ganz sicher nicht aus eigenem Gutdünken oder persönlichen Aversionen gegen einzelne Schüler. Sie wollen den Schuldigen eine klare Grenze zeigen: Bis hierhin – und nicht weiter!

Leider dürften die veröffentlichten Zahlen nur die halbe Wahrheit darstellen. Die Dunkelziffer solcher Delikte dürfte viel höher liegen. Stellen alle Schüler bzw. deren Eltern tatsächlich Strafanzeige, wenn Turnschuhe, Füller oder Handy fehlen? Das darf bezweifelt werden, denn schon der bürokratische Aufwand schreckt viele ab.

Viel wichtiger als eine statistische Erfassung von Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen ist aber doch die Vermeidung von Straftaten an Schulen. Dazu muss einerseits der Spielraum für Lehrer deutlich ausgeweitet werden  und andererseits muss die Strafe unmittelbar auf die Tat folgen – so fordern es immer wieder Rechts- und Kriminalexperten. In der Schule muss bereits damit begonnen werden. Die Strafen müssen konsequent und wenn nötig auch empfindlich und unangenehm sein. Kinder und Jugendliche sollen spüren, dass ihr Handeln falsch war. Falsches Verständnis nützt dabei gar nichts. Denn eins darf bei alledem nicht vergessen werden: Es gibt bei jeder Straftat auch ein Opfer!“

21.02.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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