Der Euro ist ein Fass ohne Boden – kommt die nächste Krise?

256 Milliarden Euro – diese Summe ist bis zum heutigen Tag in Form von Rettungspaketen nach Griechenland geflossen. Zurückgezahlt wurde davon wenig und Experten streiten sich, wie viel von diesen Geldern überhaupt noch einmal zurückgezahlt wird. Die Lage in Griechenland hat sich durch die Rettungspakete kaum verbessert, ohne den rechtbrechenden Staatsanleihen-Ankauf durch die Europäische Zentralbank wäre Griechenland längst zahlungsunfähig und das nur, weil Griechenland im Euro gefangen ist. Dazu passt dann auch das Zitat des ehemaligen EZB-Chefs Mario Dragi: „Wir retten den Euro, koste es, was es wolle“. Nach dieser Maxime arbeiten alle Eurokraten in Brüssel und leider auch Kanzlerin Merkel. Die Angst, mit dem scheiternden Euro auch eine scheiternde EU vorzufinden, ist einfach zu groß.

Dass der Euro aber längst nicht gerettet ist und offensichtlich auch nie funktionieren wird, zeigt der unverschämte Vorschlag der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, nur zu gut. Lagarde forderte am Montag (26.03.2018) einen milliardenschweren „Schlechtwetterfonds“ für Euro-Länder, die in eine Wirtschaftskrise geraten. Man rechnet also schon mit der nächsten Krise. Für Deutschland, und damit auch für Sie, liebe Leserinnen und Leser, würde dieser „Schlechtwetterfonds“ eine Zahlungsverpflichtung von 114 Milliarden Euro über eine Laufzeit von 10 Jahren bedeuten.

Von den 256 Milliarden Euro, welche Griechenland bereits als Finanzhilfen erhalten hat, hat Deutschland 75 Milliarden Euro indirekt gezahlt und haftet dafür. Würde man diese Summe pro Kopf herunter rechnen, so stellt man fest, dass jeder Bürger unseres Landes für 900 Euro haftet, falls Griechenland zahlungsunfähig wird oder die Kredite nicht zurückzahlen kann. Für Griechenland wäre eine Rückkehr zur nationalen Währung der bessere Weg. Auf- und Abwertungen der eigenen Währung gehören zu den Grundlagen jeder Volkswirtschaft. Für wirtschaftlich schwache Länder mit hohen Löhnen wäre aber genau diese Auf- und Abwertung von Nöten, um ihre eigene Wirtschaft wieder zu stärken. Der Euro beraubt jeden Mitgliedsstaat dieser Möglichkeit. Aus diesem einfachen Grund verfehlen diese Finanzhilfen ihren Sinn, da sie die Probleme nur hinauszögern, aber nicht beheben.

Fest steht: Für die finanzstarken Euroländer ist der Euro derzeit ein Fass ohne Boden.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.