Oberschulenreform: Schulische Grundlagen sind für alle Schüler notwendig!

Die sächsische CDU-Fraktion möchte die Oberschule stärken. Sie liebäugelt damit, die Schüler zwischen zwei Schullaufbahnen wählen zu lassen. Sie werden entweder auf eine Berufsausbildung oder auf den Gang zum beruflichen Gymnasium vorbereitet. Laut Abgeordnetem Schreiber seien bei einem Schüler, der eine Ausbildung machen wolle, andere Dinge wichtig, als bei einem Oberschüler, der das Abitur machen wolle.

Bildungspolitikerin Andrea Kersten, MdL (Blaue Partei), Mitglied der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag, kommentiert:

„Ich verstehe nicht, wie die CDU-Fraktion darauf kommt, dass ein Oberschüler, der Abitur machen möchte, andere Prämissen haben soll als einer, der in eine Ausbildung wechselt. Die berechtigte Kritik der Wirtschaft, dass viele Azubis nicht mehr den Anforderungen entsprechen, bedeutet ja nicht, dass ihnen zu wenig beigebracht wurde, sondern dass sie Grundlagenwissen nicht beherrschen und anwenden können.  Lesen, Schreiben und Rechnen: das sind jene Kulturtechniken, die unsere Kinder für ein selbstbestimmtes Leben brauchen. Und diese Techniken müssen sitzen. Ungenügende Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse, das Nichtbeherrschen einfacher Rechenarten zeigen doch, dass nicht selektiv gelehrt, sondern Allgemeinwissen mehr geübt werden muss. Es ist völlig egal, wohin es die Schüler nach dem Abschluss verschlägt – wichtig ist, dass sie eine grundsolide, wettbewerbsfähige Bildung mit anwendungsbereitem Wissen erhalten haben, die für alle Bereiche des künftigen Lebens die beste Basis formt.

Fraglich auch, ob ein Schüler in der siebten Klasse, in der nach den CDU-Plänen dann die Entscheidung pro oder kontra Ausbildung fallen soll, schon weiß, welche berufliche Richtung er einschlagen will. Sich frühzeitig zu entscheiden und einen anderen Bildungsweg gehen hieße im Umkehrschluss, dass der Weg zurück wohl verbaut wäre. Oder soll dann noch einmal mit all den ‚Dingen‘ angefangen werden, die ja angeblich bei jedem Oberschüler anders wären?“

11.04.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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