Erstaunlich, dass Staatsministerin Köpping nichts über Erfolg oder Misserfolg von Sprachkursen wissen will

 

Den AfD-Antrag, „Mut zur Wahrheit! (Miss-)Erfolg der Sprachkurse nach der „Richtlinie Integrative Maßnahmen“ offenlegen“ (Drs 6/13083) kommentiert MdL Andrea Kersten, Abgeordnete der Blauen Partei:

„Leider hat die Staatsregierung die Kleine Anfrage eines AfD-Abgeordneten mit Scheinargumenten beantwortet, die eher in der Kategorie ‚Dummheit‘ einzuordnen wären. Dass Staatsministerin Köpping ihren Namen unter diese Antwort setzt, enttäuscht. Denn gerade das von ihr geleitete Ministerium wurde und wird durch ihre persönliche Integrität vom Vorwurf der ideologischen Getriebenheit freigehalten.

Umso mehr muss konstatiert werden, dass sie sich damit keinen Gefallen getan hat.

Die in der Antwort erwähnte exorbitant hohe Stundenzahl von rund 750 Stunden, die die SAB für die statistische Zusammenfassung der Meldedaten der Sprachkurse nach der Regelleistung ‚Integrative Maßnahmen‘ veranschlagt, hätte man mit etwas Logik deutlich verkürzen können.  Auszuwerten sind 564 Kurse; hinter diesen Kursen stehen 58 Bildungsträger; mithin hat jeder Kursanbieter durchschnittlich zehn Sprachkurse durchgeführt. Die an die SAB bei Abrechnung des Kurses mitzuteilenden Daten wie etwa Teilnehmerzahl, Teilnehmer zu Beginn des Kurses, absolvierte Unterrichtseinheiten, Abbrecherzahlen werden bekanntermaßen elektronisch bei den Kursanbietern erfasst, ein Teil davon wird in Anlage 1 zum Verwendungsnachweis erhoben. In dieser Anlage -der sogenannten Teilnehmerübersicht- wird auch die prozentuale Teilnahme einer jeden Person eingetragen. Die SAB hätte nun jedem der

58 Bildungsträger ein gleiches Schreiben (Stichwort: Serienbrief) mit der Bitte um Aufbereitung der entsprechenden Daten  in einer Excel-Tabelle zusenden können. Dieses Schreiben wäre in circa zwei bis drei Stunden verfasst worden.  Die Kursträger selbst dürften für die Erfassung von rund zehn Projekten auch nicht mehr als sechs Stunden benötigen. Abschließend wären diese 58 Tabellen in eine Gesamttabelle zu übertragen gewesen. Geschätzter Aufwand: vielleicht ein Tag. Wenn die Sächsische Aufbaubank dafür jetzt 750 Stunden veranschlagt, sollte man an der Kompetenz der SAB zweifeln und überlegen, ob diese Bank noch die richtige Bewilligungsstelle des Freistaates ist.

Erfreulich war letzten Endes, dass sich Ministerin Köpping diese Zahlen nun doch von der SAB liefern lassen will, wie sie am Ende der Diskussion verlauten ließ. Die SAB kann sich somit frisch machen und auf den Hosenboden setzen. Hoffen wir, dass diese Daten baldmöglichst vorliegen.“

26.04.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.