Es gilt das gesprochene Wort! Ganztagsangebote: Antragsforderungen nicht falsch, aber zeitlich kaum zu schaffen

 

Zum Prioritätenantrag der CDU-/SPD-Fraktion zum Thema „Ganztagsangebote qualitativ weiterentwickeln“ erklärt MdL Andrea Kersten, bildungspolitische Sprecherin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

Warum haben sich so viele Werte in Bezug auf die Zielsetzungen von Ganztagsangeboten verschlechtert? Offensichtlich gibt es Schwachstellen; eine davon ist mit Sicherheit das fehlende Personal. Da Lehrer und Erzieher auch künftig Mangelware sein werden, wird dieser Punkt wenig Verbesserung erfahren. Welche Schwierigkeiten es darüber hinaus gibt, sollte daher neben dem Qualitätsaspekt als prioritär betrachtet werden. Es scheint, als ob momentan eine Weiterentwicklung, -also auch eine qualitative-, von Ganztagsangeboten eher schwierig werden dürfte, denn auch eine Qualitätsentwicklung setzt personelle Ressourcen voraus. Realistischer wird es daher sein, den Status quo zu erhalten. Die Qualitätsentwicklung deshalb aber aus dem Blick zu nehmen, wäre dennoch der falsche Weg.Die im Antrag aufgemachten Forderungen sind daher nicht falsch.

Allein mit dem Blick auf den zeitlichen Horizont zur Umsetzung der Forderungen dürfte klar werden, dass dieser Qualitätsprozess nur angeschoben werden kann. Das nächste Schuljahr beginnt in drei Monaten und Ganztagsangebote sind nun einmal zu Beginn eines SJ zu planen, zu strukturieren und in den Schulalltag einzubinden. Im kommenden SJ wird es somit durch den vorliegenden Antrag keine Auswirkungen auf die Qualität der Ganztagsangebote geben. Zu Beginn des darauffolgenden SJ ist aber diese Legislatur zu Ende, der vorliegende Antrag damit obsolet. Weil aber klar ist, dass die formulierten Forderungen keine Dinge sind, die mit einem Fingerschnips umzusetzen, sondern mittel- und langfristiger Natur sind, bleibt die Hoffnung, dass es der Staatsregierung in eineinhalb Jahrengelingt, einzelne Punkte umzusetzen bzw. soweit voranzutreiben, dass es den Schulen, Schulträgern und Externen möglich ist, diese in eigener Verantwortung fortzuführen.

Die Abgeordneten der Blauen Partei befürworten, dass sich im Antrag keine Forderungen nach gebundenen Ganztagsangeboten und darauf aufbauend nach Ganztagsschulen wiederfinden. Wir unterstützen das Ziel einer hohen Qualität an Ganztagsangeboten, wollen aber, dass die Angebote auch Angebote bleiben. Und das nicht nur deshalb, weil freiwillig genutzte Angebote eine viel intensivere Nachhaltigkeit bei den Schülern bewirken als Pflichtveranstaltungen, sondern auch deshalb, weil wir unter Vereinbarkeit von Familie und Beruf eben nicht verstehen, dass Eltern und Kinder möglichst wenig Zeit miteinander verbringen.“

26.04.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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