Kindergeld: Banden aus Osteuropa kassieren rund 100 Millionen jährlich!

Die Sozialausgaben der Bundesrepublik steigen immer weiter. Dadurch wird der Bundeshaushalt stark belastet. Daher wird es immer wichtiger, Transferleistungen zu hinterfragen bzw. auf den Prüfstand zu stellen. Eine Steilvorlage dafür bieten die deutschen Kindergeld-Zahlungen an EU-Ausländer. Der jetzt an die Öffentlichkeit gekommene Betrug durch osteuropäische Banden untermauert diese Forderung.

Die Fakten: Wenn mindestens ein Elternteil in Deutschland arbeitet oder wohnt, besitzt die Familie Anspruch auf deutsche Kindergeldzahlungen. 343 Millionen Euro überwiesen die Deutschen Kindergeldkassen allein im Jahr 2017 ins Ausland – im Jahr 2010 waren es gerade einmal 35 Millionen. Weshalb für über 80.000 Kinder, welche in Ihren Heimatländern und eben nicht in Deutschland wohnen, überhaupt deutsches Kindergeld gezahlt wird, dürfte keinem deutschen Steuerzahler verständlich sein. Aber auch hier gilt: EU sei Dank!

Dieser Irrsinn hat sich nun auch bei Banden in Osteuropa herumgesprochen. Diese haben leichtes Spiel, sich mit einer einfachen Masche am deutschen Steuergeld zu bereichern. Die Betrügerbanden werben EU-Bürger in Südosteuropa an. Diese kommen nach Deutschland und erhalten Sozialleistungen. Durch gefälschte Geburtsurkunden oder Schulbescheinigungen erhalten sie zu viel Kindergeld. Der Betrag wandert dann nicht zum Antragsteller, sondern in die Taschen der Hintermänner. Rund 100 Millionen Euro jährlich sollen mittlerweile auf diesen Weg an die Betrüger gehen.

Karsten Bunk, Leiter der für das Kindergeld zuständigen Familienkasse bestätigte diesen Vorfall der Welt am Sonntag: „Wir beobachten diesen organisierten Kindergeldbetrug seit ein, zwei Jahren“. Und was ist seit ein, zwei Jahren geschehen? Offensichtlich nichts! Das größte Problem an der Bekämpfung dieses Betruges ist, dass es den deutschen Behörden nicht möglich ist, die Daten mit den osteuropäischen Behörden abzugleichen. Spätestens an diesem Punkt dürfte auch dem letzten Beamten in Brüssel klar werden, dass diese angebliche familienpolitische Leistung (auf Kosten des deutschen Steuerzahlers) ein Fehlschuss war. Fehler einzugestehen und dann auch noch entsprechend zu handeln, ist aber nun einmal nicht das Ding der EU. Gleichwohl sieht sich aber auch die Bundesregierung nicht in der Pflicht, diesen Missstand zu beenden. Der deutsche Zahlmeister wird seiner Rolle weiter gerecht.

Fakt ist: Es muss endlich aufhören, dass der deutsche Steuerzahler für ausländische Kinder Kindergeld bezahlt. Mit einem solchen Schritt wäre auch den Betrugsbanden automatisch die Handlungsgrundlage entzogen. Kinder haben in dem Land Kindergeld zu bekommen, wo sie leben bzw. dessen Staatsbürgerschaft sie haben. Gerade bei diesem Thema könnte die EU einmal mehr ihren Reformwillen unter Beweis stellen, aber auch in diesem Fall wird sie wohl wieder versagen.

 

 

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