Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose sind Ein-Euro-Jobs 2.0

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) möchte in Zusammenarbeit mit Koalitionspartner CDU einen Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose schaffen. Dazu sollen die Jobcenter bis 2022 mit vier Milliarden Euro zusätzlich ausgestattet werden, um die Betreuung zu verbessern.

Arbeitslose, die zwei bis drei Jahre ohne Job sind, sollen mittels Lohnzuschüssen an Tätigkeiten in der Industrie herangeführt werden. Wer schon fünf Jahre oder länger arbeitslos ist, soll über ein Coaching an einen regelmäßigen Tagesablauf gewöhnt werden.

Andrea Kersten, MdL (Blaue Partei), kommentiert:

„Warum müssen Menschen immerzu gecoacht und betreut werden? Auch Langzeitarbeitslose können einem geregelten Tagesablauf nachgehen. Wer sich nicht gänzlich abschreibt, wird weiterhin zu festen Zeiten aufstehen und Erledigungen machen. Er benötigt dazu keinen Handreicher, der mit ihm analog zu kleinen Kindern den Alltag meistert. Arbeitslose, die ohnehin kein Interesse an einem Job haben, werden durch solche Maßnahmen in ihrer Unlust eher noch bestärkt.

Kurzum: Es darf nicht Aufgabe der Politik und damit des Steuerzahlers sein, Gewöhnungseffekte an ein ‚normales‘ Leben finanziell zu füttern.

Genauso wenig ist ein sozialer Arbeitsmarkt dafür geeignet, Vollbeschäftigung in Deutschland zu erreichen. Ganz im Gegenteil. Deutschland schafft sich damit eine Neuauflage der Ein-Euro-Jobs, die vor allem kleine Handwerker und Dienstleister an den Rand des Wahnsinns brachten. Gleichzeitig läuft die Politik Gefahr, erneut einen nebenherlaufenden Arbeitsmarkt zu etablieren, der mit niedrigen Löhnen und durch Zuhilfenahme von Zuschüssen staatlich gelenkte Konkurrenz zu freien Unternehmen darstellen wird.“

22.05.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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