Andrea Kersten

Landtagsabgeordnete für Sachsen

Landzulage: Was nützt das Geld, wenn Lehrer nach dem Referendariat wieder in die Stadt ziehen?

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hat angekündigt, angehenden Lehrern bis zu 1.000 Euro pro Monat zusätzlich zu zahlen, wenn sie ihr Referendariat abseits der Ballungsgebiete Dresden, Leipzig und Chemnitz ableisten.

Andrea Kersten (Blaue Partei), Bildungspolitikerin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag, bilanziert:

„Mit der geplanten Einführung der ‚Landzulage‘ kommen mir gleich mehrere Fragen in den Sinn. Die wichtigste zuerst: Was passiert, wenn die Referendare ihre Ausbildung abgeschlossen haben, also ‚fertige‘ Lehrer  sind? Offensichtlich soll die Zulage nur für die Dauer des Referendariats gezahlt werden. Sicherlich wird das einige Aspiranten in ländliche Regionen locken. Doch spätestens mit Abschluss des zweiten Staatsexamens zieht der Großteil wieder dahin, wo mehr Stellen, mehr Entfaltungsmöglichkeiten, mehr Umfeld locken: In die Ballungszentren des Freistaates. Insofern nützt die Zulage herzlich wenig, wenn sich die Anzahl der Pädagogen in den Dörfern und Kleinstädten nach Auslaufen der Prämie wieder im Ursprung befindet.

Darüber hinaus ist nur von ‚bis zu‘ die Rede. Vermutlich wird sich die Summe verringern, je näher das Referendariat an einer Großstadt abgeleistet wird. Nur wer wirklich in den stillsten Ecken Sachsens unterrichtet, wird die volle Summe in Beschlag nehmen können.

Alles in allem klingt die Zulage im ersten Moment nach einem Anschub für eine größere Lehrerverteilung auf dem Land. Im Detail bleiben gleichwohl Fragen offen, die das Projekt wie ein Notnagel ohne tiefere Konzeption erscheinen lassen. Irritierend empfinde ich in diesem Zusammenhang, dass Kultusminister Piwarz meint, dass im Hinblick auf die bisherigen Unterstützungen für Studenten und Referendare -zum Beispiel das Sachsenstipendium- nicht das Geld gelockt habe, sondern eher die nicht monetäre Unterstützung in Form des Unterstützernetzwerks. Warum stockt er aber dann die finanzielle Unterstützung auf? Vielmehr sind, wie bereits von der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag gefordert, die Hilfen und beratenden Unterstützungen für Referendare auszubauen und die Rahmenbedingungen des Lehreralltags zu verbessern!“

12.06.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag


Mittweidaer im Gespräch mit Abgeordneten der Blauen Partei zum Dieselskandal

Mittweida – am Donnerstagabend (07.06.2018) trafen sich die beiden Abgeordneten Mario Mieruch (MdB) und Andrea Kersten (MdL) – beide Mitglieder der Blauen Partei und im Bürgerforum Blaue Wende aktiv – mit interessierten Bürgern aus Mittweida und Umgebung zum Gespräch. Thema der Veranstaltung war die kritische Betrachtung des Netzwerks rund um die Deutsche Umwelthilfe. Diese setzt sich zusammen mit anderen Nicht-Regierungs-Organisationen öffentlichkeitswirksam gegen den Diesel ein. Die Teilnehmer waren von den Ausführungen Mieruchs sichtlich überrascht.

Besonders deutlich wurde in dem Vortrag des Bundestagsabgeordneten Mario Mieruch, dass es sich bei diesem „Dieselskandal“ keineswegs um einen Skandal handelt. Zum einen, weil der Diesel in vielen umwelttechnischen Belangen anderen Kraftstoffen überlegen ist und zum anderen, weil die Bundesregierung bereits im Jahr 2005 über manipulierte Abgaswerte informiert war. Über Verbindungen zwischen Ministerien und der Deutschen Umwelthilfe und dessen Verbindungen in die USA wurde ebenso aufgeklärt. Auch die Geldströme der einzelnen „Umweltorganisationen“ wurden genauer durchleuchtet und brachten interessante Fakten ans Licht.

Abseits des Referats standen die beiden Abgeordneten den Bürgern für Fragen und Diskussionsbeiträge zur Verfügung. Ziel der Veranstaltung war nicht die Automobilindustrie zu verteidigen, sondern einen sachlichen Beitrag zu einer kritischen Debatte zu liefern.

Das Fazit des Abends: Der Diesel verdient diesen schwarzen Peter nicht.

Das Bürgerforum Blaue Wende wird weiterhin Aufklärungsarbeit leisten.


Rund 50 Milliarden Euro für Flüchtlinge im Jahr 2017!

 

Für die Bewältigung der Flüchtlingskrise hat der Bund nach einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr rund 20,8 Milliarden Euro ausgegeben.

Die Summe setzt sich aus zwei Blöcken zusammen: Der größere sind die Maßnahmen zur Bekämpfung von Fluchtursachen. Das Geld wird etwa vom Entwicklungs- und dem Außenministerium ausgegeben. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) beziffert diesen Bereich für 2017 auf insgesamt 14,2 Milliarden Euro. Der zweite große Ausgabenposten ist die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung für die Länder und Kommunen bei den Flüchtlings- und Integrationskosten. Im Jahr 2017 waren das 6,6 Milliarden Euro. Dabei geht es unter anderem um Mittel für den Ausbau der Kinderbetreuung, für den sozialen Wohnungsbau oder Kosten für Unterkünfte.

Trotz dieser finanziellen Unterstützung für Länder und Kommunen fühlen sich diese vom Bund nicht ausreichend unterstützt. Weitere Unterstützung lehnt Finanzminister Scholz aber ab, wie es in einem Bericht aus dem Finanzministerium heißt. Die Kritik der Länder, dass sich der Bund teilweise mit weniger als 20 Prozent an den Kosten beteilige, sei „nicht nachvollziehbar“.

Klar muss sein, dass es sich bei dieser Summe des Bundesfinanzministers keineswegs um eine Gesamtsumme handelt. Sie spiegelt nur wieder, wie hoch die Ausgaben des Bundes im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise waren. Die Kosten für Unterbringung, Nahrung und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz liegen im Zuständigkeitsbereich der Länder und Kommunen.

Da keine Zahlen zur Gesamtsumme der Flüchtlingskosten zu finden sind, lässt sich diese nur schätzen. Am Beispiel vom Stadtstaat Hamburg möchte ich das Ganze einmal versuchen.
Im vergangenen Jahr hat die Stadt Hamburg 779,1 Millionen Euro für Migranten und Flüchtlinge ausgegeben. Rund 147 Millionen davon wurden vom Bund bezuschusst, was einen Anteil von knapp 19% an den Gesamtkosten bedeutet. Da der Bund die Länder und Kommunen mit einer Pauschale pro Asylbewerber unterstützt, kann man davon ausgehen, dass dieses Verhältnis auch in anderen Bundesländern so oder so ähnlich zu finden ist. Setzt man nun die 6,6 Milliarden Förderung des Bundes in das Verhältnis Hamburgs, haben die Länder insgesamt 35 Milliarden Euro ausgegeben. Mit den 14,2 Milliarden Euro, welche zur Bekämpfung der Fluchtursachen ausgegeben wurden, erhält man damit knapp 50 Milliarden Euro / 50.000.000.000€ im Jahr 2017. Doch auch diese Summe stellt nicht die Gesamtkosten zur Bewältigung der Flüchtlingskrise dar. Hinzu kommen noch die Kosten für Verwaltungsaufgaben wie im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Justiz mit ca. 320.000 Klagen gegen abgelehnte Asylbescheide, Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze und, und, und.
An dieser Stelle kann ich nur ein weiteres Mal meine bereits aufgemachte Forderung nach einer Bundes-Webseite wiederholen, welche umfassend und transparent alle, wirklich alle Kosten darstellt, welche im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise vom Bund, den Ländern und Kommunen aufgebracht werden mussten und müssen. Diese Seite, die selbstverständlich fortzuschreiben ist, dürfte auch für Finanzminister Scholz interessant sein, weil offensichtlich auch ihm der Überblick fehlt.

Letztlich finde ich es immer wieder interessant, wie schnell hohe finanzielle Mittel bereitgestellt werden können, wenn dies politisch gewollt ist. Ob bei der Bankenrettung im Jahr 2008, Griechenland oder zur Flüchtlingskrise – da fließt das Geld. In anderen Punkten wie Bildung und Rente wird sich um jede Million gestritten.

 

 

 


Kampagne „Siehst Du mich, Mama?“ absolut begrüßenswert

Die FREIE PRESSE berichtet in der heutigen Ausgabe über den Start einer Kampagne in Sachsen mit dem Titel „Siehst Du mich, Mama?“. Viele Eltern seien mehr auf das Handy fixiert als auf ihr Kind – mit fatalen Folgen, so die Warnung der Initiatoren aus dem Pädagogischen Institut Berlin und der Kontaktstelle für Kindertagespflege in Sachsen.

Andrea Kersten, Mitglied und schulpolitische Sprecherin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

„Erst in der vergangenen Woche haben wir im Sächsischen Landtag intensiv über den notwendigen Einsatz von Schulsozialarbeitern in Schulen debattiert. Meine Argumentation damals:

Der Ausbau des Förderprogramms der Schulsozialarbeit ist richtig, berücksichtigt er doch ein schon seit langem bestehendes Anliegen von Schulen in dieser Sache: Nämlich Kontinuität! Sächsische Lehrer müssen durch Schulsozialarbeiter von jener Aufgabe entlastet werden, die grundsätzlich nichts mit deren Tätigkeit zu tun hat, aber immer mehr Zeit fordert – Erziehungsarbeit. Ich hatte ebenfalls auf einen kürzlich veröffentlichten Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ‚Eltern mehr in die Pflicht nehmen‘ hingewiesen. Dieser verdeutlichte, wo die eigentlichen Probleme liegen: Im Elternhaus.

Und genau da setzt die oben genannte Kampagne an – im frühesten Kindesalter, bei der Beziehung zwischen Kind und Eltern. Forscher haben festgestellt, dass Eltern zu häufig durch Beschäftigung mit diversen Kommunikationsgeräten, wie Handys oder Smartphones, vom unmittelbaren Kontakt mit ihren Kindern abgelenkt sind.

‚Kinder würden sich ob dieser Vernachlässigung zurückziehen.‘ Das drückt sich ‚anfangs durch Protest aus, später schreien sie oder sind verhaltensauffällig. Danach folgt die Resignation‘, so ein Entwicklungspsychologe gegenüber der FREIEN PRESSE. Vor diesem Hintergrund erscheint die Kampagne als ein richtiges Zeichen zur richtigen Zeit. Denn, dass diese Probleme auch im sozialen Verhalten der Kinder untereinander zunehmend den normalen Schulalltag beeinträchtigen, darüber besteht weitgehende Einigkeit. Wenn nun diese Initiative an einen Teil der Wurzel herangehen will, scheint das wohl der richtige Weg.“

Hintergrund:

https://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Siehst-du-mich-Mama-artikel10224013.php

04.06.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag


Lehrer entlasten – Schulsozialarbeit verstetigen

Andrea Kersten, Mitglied der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag zur Aktuellen Debatte im Sächsischen Landtag „Gleiche Chancen kommen nicht von allein – ein Jahr Landesprogramm Schulsozialarbeit“:

„Mit dem Ausbau des Förderprogramms Schulsozialarbeit dürfte ein schon seit langem bestehendes Anliegen von Schulen den Rahmen bekommen, welchen es für eine erfolgreiche Sozialarbeit braucht: Kontinuität!

Das ist gut! Und zwar deshalb, weil die sächsischen Lehrer durch Schulsozialarbeiter von jener Aufgabe entlastet werden, die grundsätzlich nichts mit deren Tätigkeit zu tun hat, aber immer mehr Zeit fordert – nämlich die Erziehungsarbeit. Wer jetzt aber glaubt, durch Schulsozialarbeit gleichen sich Bildungschancen an, der irrt allerdings! Schulsozialarbeit führt allenfalls dazu, dass Unterricht wieder störungsfreier abläuft und Lehrer sich um das kümmern können, wofür sie eigentlich da sind: Wissen zu vermitteln!

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat kürzlich unter der Überschrift „Eltern mehr in die Pflicht nehmen“ einen sehr bemerkenswerten Beitrag veröffentlicht, welcher verdeutlicht, wo die eigentlichen Probleme liegen: Im Elternhaus!

Dies zu erkennen, ist deshalb wichtig, weil der Grundstein für den Schulerfolg im Vorschulalter gelegt wird. So betrachtet, ist Schulsozialarbeit nichts anderes als Symptombehandlung. Wer wirklich bessere Bildungschancen will, muss die Elternarbeit in den Focus rücken.“

31.05.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag


Veranstaltung: Dieselskandal in Deutschland

Am 07.06.2018 findet eine Veranstaltung zum Thema „Dieselskandal in Deutschland – Hintergründe zur Deutschen Umwelthilfe“ statt. Der Bundestagsabgeordnete Mario Mieruch (Blaue Partei) wird zur Thematik referieren und anschließend gemeinsam mit Andrea Kersten (Blaue Partei) Ihre Fragen zu diesem und anderen Themen beantworten. Wir freuen uns, Sie ab 19 Uhr im Schwanenschlösschen Mittweida begrüßen zu dürfen.

 


Anstehende Veranstaltungen

  1. Plenum

    27. Juni 10:00 - 20:00
  2. Plenum

    28. Juni 10:00 - 20:00
  3. Plenum

    16. August 10:00 - 20:00
  4. Ausschuss für Schule und Sport

    24. August 10:00 - 20:00
  5. Plenum

    5. September 10:00 - 20:00