Schleppende Lehrerstellenbesetzung: Wie oft muss Blaue Partei noch Verbesserung der Rahmenbedingungen fordern?

Nach einem Bericht der Freien Presse (Chemnitz) verläuft die Besetzung offener Lehrerstellen im Freistaat weiterhin schleppend. Nur 40 in anderen Bundesländern verbeamtete Lehrer werden im Zuge des Lehreraustauschs nach Sachsen wechseln. Auch die Einstellungsstatistik für August 2018 lässt kaum Hoffnungen auf ein Ende des Pädagogenmangels zu. Für alle Schularten außer dem Gymnasium gibt es weniger Bewerber mit einschlägiger Ausbildung als offene Stellen.

Bildungsexpertin Andrea Kersten, MdL der Blauen Partei, kommentiert:

„Seltsam. Zum zweiten Mal in kurzer Zeit präsentiert das Kultusministerium unterschiedliche Zahlen zum selben Sachverhalt. Hieß es im Schulausschuss vergangenen Freitag noch, dass im Rahmen des Beamtenaustauschverfahrens 29 Lehrer dem Freistaat den Rücken kehren und es aktuell nur 24 zusätzliche Pädagogen für Sachsen zu benennen gibt, sind es vier Tage später völlig andere Zahlen. Doch egal welche Zahlen nun stimmen, Fakt ist, dass Beamte, die in anderen Bundesländern bereits im Schuldienst standen, nicht in der vom Kultusministerium erhofften Anzahl nach Sachsen kommen wollen. Obwohl sie die Anstellung im Staatsdienst und ihre Bezüge behielten. Ein erhoffter Ansturm bleibt trotz Verbeamtung auch innerhalb des Freistaates aus. Und das, wo doch die zuständigen Minister das Beamtentum als neueste Wunderwaffe im Ringen um mehr Pädagogen herausgestellt haben. Und immer noch tun. Als ginge es den Lehrern nur um das Geld.

Natürlich sind eine sichere Stellung und ordentliche Bezahlung auch ein Auswahlkriterium. Aber wohlgemerkt auch. Nicht nur. Und so frage ich mich, wie oft die Blaue Partei im Sächsischen Landtag noch eine Besserung der Rahmenbedingungen fordern soll. Kein Lehrer, auch kein verbeamteter, möchte gerne vor überfüllten Klassen stehen. In Schulgebäuden, die zuletzt kurz nach der Wende nur notdürftig repariert wurden. Mit Lehrplänen, die überfordern, statt fördern. Mit unausgegorenen Konzepten zur Inklusion, zur Beschulung von ausländischen Kindern.

Solange sich der Freistaat nicht auch in diesen Punkten bewegt, wird sich die Personalsituation an sächsischen Schulen auch in Zukunft nicht bessern.“

20.06.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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