Veränderte Stundentafeln setzen Axt an körperliche und geistige Entwicklung der Kinder

Zu der vom Staatsministerium für Kultus am heutigen Dienstag bekannt gegebenen Veränderung der Stundentafeln kritisiert Andrea Kersten, Bildungspolitikerin und MdL der Blauen Partei, Mitglied im Schulausschuss:

„Die angedachte, kontinuierliche Kürzung der Stunden in Sport, Musik und Kunst und der Ausbau politischer Bildung könnte mit spitzer Zunge folgendermaßen in Frage gestellt werden: Scheinbar ist dem Kultusminister die Formung politisch zuverlässiger Schüler wichtiger als gesunde und kulturell bewanderte Kinder. Oder was darf sonst hinter der Verstärkung eines Politunterrichts zu Ungunsten der künstlerischen Fächer und Sport verstanden werden? Zwar sind diese nicht die einzigen Streichkandidaten – aber zumindest jene, die schon jetzt nur noch ‚mitgeschleppt‘ werden, weil es der Lehrplan verlangt.

Auch wenn sicherlich vom Minister die Streichung der Wochenstunden in dieser Fächergruppe als ‚Gleichbehandlung‘ gegenüber den anderen interpretiert wird, ist sie die sprichwörtliche Axt, die an die geistige und auch körperliche Entwicklung der Schüler gelegt wird. Der Lyriker Wolfgang Reus beobachtete: ‚Für manchen Zeitgenossen ist es schon Sport, Euro-Münzen in den Zigarettenautomaten zu wuchten‘. Wenn Bewegung in der Schule nicht mehr durchgehend verlangt wird, muss man sich der pessimistischen Einschätzung wohl in Kürze anschließen.

Mit der Aufstockung der Mittel für Ganztagsangebote versucht der Kultusminister, Musik, Kunst und Sport in den außerschulischen Bereich zu schieben. Dieser ist aber freiwillig und auch dafür braucht es gutes Personal. Und Kinder, welche keine Affinität zu diesen Fächern haben -stattdessen lieber vor dem Computer sitzen-, werden diese außerschulischen Angebote auch nicht annehmen. Schade, dass verfehlte Bildungspolitik wieder einmal andere als die Verursacher ausbaden müssen.“

26.06.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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