Andrea Kersten

Landtagsabgeordnete für Sachsen

Andrea Kersten zum Tagesordnungspunkt 8 des Plenums im Sächsischen Landtag am 01.02.2018: AfD-Antrag ist Bürokratiemonster und Realitätsverweigerung

Andrea Kersten, bildungspolitische Sprecherin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag, kommentiert den AfD-Antrag, „Unterricht für sächsische Schüler absichern – Ausländische Kinder und Jugendliche mit geringer Bleibeperspektive auf Heimkehr vorbereiten“ (Drs. 6/12123):

„Eine Unterscheidung nach Schülern mit und ohne Bleibeperspektive ist Realitätsverweigerung. Jeder, der in Deutschland ankommt, hat eine Bleibeperspektive. Darüber hinaus gilt in unserem Land die Schulpflicht. Und die gilt für alle. Und relevant sind dabei unsere Lernziele und Lehrpläne und nicht die eines anderen Staates.

Darüber hinaus ist der Antrag ein Bürokratiemonster. Solche Vorschläge zu unterbreiten in Zeiten, in denen wir nicht ausreichend Lehrer haben, die vor unseren Klassen stehen, ist schlicht verantwortungslos. Wer um Himmels willen soll bei ausländischen Kindern aus über 100 Ländern deren Abschlussniveau eruieren und dafür Lehrpläne erstellen, wer soll Prüfungsinhalte und -dokumente erstellen, die Prüfungen abnehmen und woher sollen alle jene Lehrkräfte kommen, die in den vielen Herkunftssprachen unterrichten?

In Sachsen haben wir aus mehreren Ländern, z.B. Armenien, Indonesien oder Bangladesch, nur ganz wenige Kinder. Sollen diese Kinder dann Einzelunterricht erhalten? Das ist Unsinn.“

02.02.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

frei und konservativ