Andrea Kersten

Landtagsabgeordnete für Sachsen

Bundestagswahl: Philipp Lahm warnt vor Rechtsruck in Deutschland

17424922_10154528677509389_4509804888180217604_n„Wir alle haben Jahre dafür gearbeitet, dass Deutschland ein weltoffenes Land geworden ist!“

Dazu frage ich:

„Wie offen leben Sie, Herr Lahm?“

Lassen Sie ihre Haustür offen stehen, ist es Ihnen egal, wer bei Ihnen zu Gast ist, wer in Ihrem Haus/Ihrer Wohnung aus und ein geht? Ich jedenfalls lasse meine Haustür nicht offen stehen und mir ist es auch nicht egal, wer in meinem Haus ein und ausgeht. Und das, was im Kleinen, im Privaten gilt, kann auch im Großen nicht anders funktionieren. Nur wer seine Außengrenzen schützt, kann im Inneren offen leben. Dieser Grundsatz galt bis zum Spätsommer 2015; ab dann wurde alles anders. Mit der Öffnung der Grenzen war es mit der Sicherheit im Inneren unseres Landes vorbei. Die Folgen waren Köln, München, Ansbach und Berlin. Waren Sie, Herr Lahm, von diesen Anschlägen persönlich betroffen? Ist es Ihnen egal, ob weitere solche Anschläge passieren? Sind die sogenannten „Rechtspopulisten“ an diesen Anschlägen schuld? Wenn Sie eine dieser Fragen ehrlichen Herzens mit „ja“ beantworten können, dann soll es Ihnen  zugestanden sein, weiter Ihr „weltoffenes“ Land  (was immer das im Einzelnen heißen mag) zu fordern, dann agitieren Sie weiter gegen die „Rechtspopulisten“. Wenn Sie aber nur eine einzige der drei Fragen mit „nein“ beantworten sollten, dann empfehle ich Ihnen dringend, sorgfältiger nachzudenken, bevor Sie sich äußern. Aus Respekt vor den Opfern!

Und noch etwas: Aus Ihrer Sicht leben wir in einer gesunden Gesellschaft. Diese „gesunde Gesellschaft“ wird allen Bürgern durch GEZ zwangsfinanziertes Staatsfernsehen vorgegaukelt; der Fußball kassiert bei jährlichen Sportausgaben in Höhe von 250 Mio. € kräftig mit. Deutschland hat Staatsschulden in Höhe von 2.031,4 Milliarden Euro, fast eine halbe Million Menschen sind Leiharbeiter, wir haben 7,7% Hartz IV-Empfänger, noch dazu knapp 2,7 Mio. Arbeitslose, weiterhin leben 2,5 Millionen Kinder in Einkommensarmut, das sind 19,4% aller Personen unter 18 Jahren… und so ließe sich das Ganze fortführen: mit steigenden Zahlen in der Kriminalstatistik, mit Lehrermangel, mit Altersarmut… Das alles sind Probleme in Ihrem „gesunden“ Deutschland. Offensichtlich leben Sie in einer anderen Gesellschaft als ich.