Andrea Kersten

Landtagsabgeordnete für Sachsen

Fehlstart in der „Flüchtlingsschule“?

Mehrere Medien berichten vom Fehlstart in der Berliner Teske-Schule, die
vor sechs Wochen mit dem Unterricht für ausländische Problemkinder
begann. Doch bereits jetzt legen erste Lehrer die Arbeit nieder, weil
sie mit den Verhältnissen überfordert sind. Ein Teil der Schüler kommt
gar nicht zum Unterricht, einige verlassen auch während der Lehrstunden
die Klassen und kommen nicht wieder. Lehrergewerkschaften,
Elternvertreter und Politiker hatten sich mehrfach kritisch und
ablehnend über das Projekt geäußert.

Andrea Kersten, Mitglied der „Blauen Gruppe“ im Sächsischen Landtag
und Bildungspolitikerin, kommentiert:

„Ein Projekt mit einem sinnvollen Ansatz wird schon in Grund und Boden
geredet, bevor es richtig begonnen hat. Anstatt Fehler und Mängel zu
analysieren und zu beheben, kritisiert vor allem Links-Rot-Grün die
angebliche Ausgrenzung der Schüler. Bei der Bewertung der Schule gilt es
für mich zwei Sachverhalte zu betrachten:

Erstens ist es originäre Aufgabe von Schule, Wissen zu vermitteln. Dies
muss nicht zwingend in deutscher Sprache erfolgen. Von daher stellt sich
die Frage, warum für die Beschulung der Flüchtlingskinder nicht
ausländische Lehrer eingesetzt werden. Nach Auskunft der Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft gäbe es derer zu Hunderten. Diese könnten
dann in kleinen Gruppen ihre Landsleute unterrichten. Das hat den
Vorteil, dass es keine Sprachprobleme zu überwinden gilt, ebenso wie
kulturelle Verschiedenheiten keine Rolle spielen werden. Für
ausländische Lehrkräfte ein ‚Heimspiel‘. Die Schüler erhalten
Fachunterricht und sind somit für die Rückkehr in ihre Heimatländer gut
gerüstet. Ein deutscher Schulabschluss ist in deren Heimatländern
weniger wichtig als Rechnen, Schreiben, Lesen und weitere Fachkenntnisse
in der eigenen Sprache. Auch könnten dadurch wieder dringend benötigte
Lehrkräfte für das Regelschulsystem freigesetzt werden.

Zweitens geben die bisherigen -kurzen- Erfahrungen in der
Flüchtlingsschule auch einen klaren, unverstellten Blick auf die
Probleme, die die Regelschulen aufgrund der bestehenden
Kulturunterschiede zu bewältigen haben. Schwänzen und Respektlosigkeiten
offenbaren eine Kultur der Geringschätzung der Gäste gegenüber dem
staatlichen -kostenfreien- Angebot des Gastgeberlandes, gute Bildung zu
vermitteln. Keiner kann ernsthaft wollen, dass derartige Zustände  in
den Regelschulen irgendwann zum Normalfall werden. An erster Stelle muss
ein geordneter, qualitativ hochwertiger Unterricht an den Regelschulen
stehen. Wir müssen uns klar machen, dass die Bildungsqualität in
Deutschland auf dem Spiel steht. Letztlich bleibt auch festzuhalten,
dass im Hinblick auf die Berliner Teske-Schule der Staat offensichtlich
bei der Umsetzung der Schulpflicht versagt.“

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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