Andrea Kersten

Landtagsabgeordnete für Sachsen

Größte Baustellen im Bereich Schule liegen woanders, aber nicht in der Lehrerausbildung

Zum Gesetzesentwurf der Fraktion „Die Grünen“, „Gesetz zur Reform der Lehrerausbildung im Freistaat Sachsen“ erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag, Andrea Kersten:

„Im Bereich Schule gibt es momentan dringendere Baustellen als die Lehrerausbildung. Zumindest derzeit ist sie kein akutes Problem.
Natürlich sollte sich ein Parlament nicht nur mit aktuellen, sondern auch kommenden Fragen beschäftigen. Trotzdem wäre es wenig ratsam, zusätzlich zu den bestehenden Knackpunkten noch eine weitere, nicht unerhebliche Aufgabe hinzuzufügen. Den vorliegenden Entwurf werden wir daher aus mehreren Gründen ablehnen.

Zum einen stößt uns die avisierte Rückkehr zum Bachelor-/Mastersystem auf. Diesen Versuch gab es bereits 2007, wurde aber zum Wintersemester
2011/12 mit der Rückkehr des Staatsexamens rückgängig gemacht. Ihn jetzt wieder aus der Versenkung zu holen, ist wenig realistisch. Auch von den angehörten Sachverständigen wurde die Rückkehr nicht empfohlen.

Stichwort Sachverständigenanhörung: Insbesondere den Ausführungen zu den Praxissemestern und der Bemängelung, dass die aufgezeigte Lehrerausbildung nicht zur Schulstruktur passe und daher kaum umzusetzen sei, stimmen wir zu.

Die Blaue Gruppe sieht als zentralen Aspekt in der Reform einer Lehramtsausbildung das Thema der Studienabbrüche. Dort bedarf es fundierter Daten, warum nach wie vor so viele Studenten ihr Studium abbrechen. In diesem Zusammenhang gehören nach unserer Meinung auch Eignungstests auf den Tisch. Lehrer sein und werden ist wunderbar – aber nur für jene, die diesem Beruf aus charakterlicher und pädagogischer Sicht gewachsen sind.“

13.12.2017

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

frei und konservativ