Andrea Kersten

Landtagsabgeordnete für Sachsen

Inklusionsversuch teuer erkauft – AfD fordert weiterhin Förderschulen für Sachsen!

Die Kosten des „ERINA“-Modellversuches (Erprobung inklusiver Bildung) in den vier sächsischen Modellregionen Leipzig, Radebeul, Oelsnitz und Bobritzsch-Hilbersdorf belaufen sich für das Haushaltsjahr 2017 auf insgesamt knapp drei Millionen Euro. Das ergab eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drs. 6/8740). Demnach schlagen allein das zusätzlich zur Verfügung gestellte Personal mit zwei Millionen Euro zu Buche, so genannte Inklusionsbegleiter werden mit rund 700.000 Euro veranschlagt.

12Dazu erklärt Fraktionsmitglied Andrea Kersten, Mitglied im Schulausschuss und Anfragestellerin:

„Die AfD-Fraktion lehnt die Inklusion ab. Und das nicht nur wegen der immensen Kosten, die –wie die Antwort auf meine Kleine Anfrage zeigt- zu erwarten sind oder des benötigten enormen Personalbedarfs. Dieser dürfte auf absehbare Zeit ohnehin nicht bereitzustellen sein, da jetzt schon kaum ausreichend Lehrkräfte für die Regelschulen vorhanden sind. Zur Integration von behinderten Kindern in den Regelunterricht dort, wo die Kapazitäten da sind, sagen wir ja. Eine Inklusion allerdings wird auf lange Sicht zu Qualitätsverlust und Absenkung des Bildungsstandards in Sachsen führen. Sprich: Beeinträchtigung für alle. Nicht umsonst mehren sich bereits in den Bundesländern, die bei der Inklusion schon viel weiter als Sachsen sind, die kritischen Stimmen. Es ist unverantwortlich von der Landesregierung, die Ergebnisse aus Ländern wie Bremen, welches seit Jahren Vorreiter bei der Inklusion aber auch Verlierer in allen Bildungstests ist, auszublenden. Abgesehen davon fordert die UN-Behindertenrechtskonvention kein inklusives, sondern allenfalls ein integratives Schulsystem.

Besser und sinnvoller ist das in Sachsen einwandfrei funktionierende Förderschulsystem, in dem behinderten Kindern individuelle Bildung und Betreuung zuteilwerden kann. Mit Fachleuten, die etwas vom Thema verstehen, dafür ausgebildet sind. Es zu behalten und auszubauen muss die politische Devise sein – und kein Durchboxen einer Inklusion um jeden Preis.

Bildung heißt immer noch Bildung und nicht Betreuung. Letztere kostet den sächsischen Steuerzahler Unsummen, aber bringt der Einbindung behinderter Schüler in den regulären Unterricht nichts.“