Andrea Kersten

Landtagsabgeordnete für Sachsen

„Null-Zins-Politik der EZB zutiefts unsozial“

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Die Europäische Zentralbank EZB, vertreten durch ihren Präsidenten Mario Draghi, ist für die Stabilität der Währung Euro verantwortlich. Dazu stehen ihr unterschiedliche Werkzeuge zur Verfügung. Eines dieser Werkzeuge ist der „Leitzins“ – also, einfach formuliert, der Zinssatz, zu dem sich andere Banken und auch Staaten Geld bei der EZB leihen können. Nach mehreren Leitzinssenkungen durch Draghi liegt dieser Zins derzeit bei Null.

Deshalb müssen Griechenland und andere südländische EU-Staaten auf ihre Staatskredite in Milliardenhöhe aktuell de fakto keine Zinsen zahlen. Was die Staatskasse dieser überschuldeten Staaten entlastet, ist für den Mittelstand und den privaten Sparer eine wirtschaftliche Katastrophe.

Praktisch alle bestehenden Modelle der Vorsorge (zum Beispiel staatliche und private Rentenversicherung, aber auch das private Sparbuch) sind auf eine Verzinsung des Sparguthabens angewiesen. Ohne faire Verzinsung geht Geld praktisch „verloren“, weil sich die Kaufkraft des Geldes durch die übliche Inflation verringert.

Die Folgen: Sparen lohnt sich nicht, in Sachen Altersvorsorge droht Altersarmut.

Der Spiegel führte hierzu unlängst ein Rechenbeispiel an:

„[…] Wer in einer Welt mit drei Prozent Zinsen (was im historischen Vergleich nicht einmal viel ist) mit 35 Jahren anfängt jedes Jahr 3000 Euro zu sparen, also 250 Euro im Monat, der hat beim Eintritt in die Rente mit 65 gut 142 000 Euro zur Verfügung. In der heutigen Nullzinswelt aber kommt er nur auf 90 000 Euro. 52 000 Euro Unterschied – […]“

Das aktuelle Null-Zins-System ist somit zutiefst unsozial.

Die Oberschicht investiert in teurere Güter wie Aktien oder Immobilien und ist deshalb nicht betroffen. Die Mittelschicht und die Kleinsparer sind nach wie vor auf sparen angewiesen und werden in einem solchen System systematisch enteignet.

Mario Draghi betrügt den Mittelstand in ganz Europa um sein Erspartes – zugunsten maroder Staatssysteme und ineffizienter Staatsbanken.

Eine Regierung, die ihre Bürger zur privaten Altersvorsorge drängt, dann aber mit ihrer Politik dazu beiträgt, diese Altersvorsorge massiv zu entwerten, ist somit ebenfalls zutiefst unsozial.
Die AfD wendet sich gegen eine solche Politik.