Andrea Kersten

Landtagsabgeordnete für Sachsen

Wohlstand JA – Industrie NEIN?

Gemeinsam haben sie es fast geschafft: die Politik, die Verwaltung, die Medien und letztlich auch die Gesellschaft. Alle gemeinsam sind ursächlich dafür verantwortlich,  dass junge Menschen die Industrie zunehmend als Schreckgespenst sehen. Das geht aus einer Publikation der IHK Chemnitz hervor: „Gegenwärtig stehen bei den vielfältigen Bemühungen von Unternehmen, Kammern und Verbänden zur Sicherung der Industrieakzeptanz Ergebnis und Aufwand in umgekehrt proportionalem Verhältnis.“
Doch warum ist dieser Aufwand überhaupt notwendig? Seit Jahren arbeitet die Politik an der Verkomplizierung von Antragsverfahren, schikaniert mit zunehmenden Melde-und Kontrollpflichten, unzähligen Rechtsvorschriften und einer unberechenbaren Energiepolitik. Die vom politisch-korrekten Mainstream beeinflussten Medien geben dazu den verbalen, zum Teil auch mit Schreckensbildern untermalten Todesstoß. Dieser wird gebetsmühlenartig wiederholt, bis auch der Letzte glaubt: Industrie bedeutet: Abgase, große Schornsteine und unendlichen Lärm. Nun kann das soweit führen, dass Industrie nur noch als gesundheitliche Bedrohung bzw. als das persönliche Sicherheitsgefühl beeinträchtigend wahrgenommen wird. Die industrielle Wertschöpfung und deren Mehrwert spielen offensichtlich immer weniger eine Rolle. Vor allem bei jüngeren Menschen -so verschiedene Analysen- ist eine Verschlechterung der Industrieakzeptanz zu beobachten. Nicht ganz unschuldig daran dürfte die Behandlung des Themas in den Lehrplänen sein. Dass das  auch in Sachsen so ist, hat eine Recherche einer Doktorandin der TU Bergakademie Freiberg ergeben. Danach fristen industrierelevante Themen ein Schattendasein in Lehrplänen und Lehrbüchern allgemeinbildender Schulen.   Diese Defizite, auch in der Wissensvermittlung, zeigen bei den Jugendlichen erste Wirkungen: Mit tendenziell negativen Begriffen wie Schmutz, Dreck oder Abgase wird der Begriff Industrie mehrheitlich assoziiert. Dem muss dringend entgegen gesteuert werden!!!
Die sächsische (Schul-)Politik sollte endlich ihre Hausaufgaben machen: sinnvolle Lehrpläne statt staatlicher Umerziehung, unternehmerfreundliche Politik, beginnend bei der Entbürokratisierung. Und die Medien sollten Fakten schreiben statt Interpretationen! Dazu gehört auch, dass die Industrie in Deutschland eine der tragenden Säulen unser Wertschöpfung und damit unseren Lebensstandards ist!