Deutsch-deutscher Schüleraustausch forciert gedankliche Ost-West-Trennung, statt sie zu beseitigen

Andrea Kersten Pressemitteilung

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hat Forderungen seines thüringischen Amtskollegen Holter (Linke) nach einem deutsch-deutschen Schüleraustausch übernommen. Piwarz ist der Meinung, dass ein Austausch solange nötig sei, wie Ost-West-Debatten in den Familien geführt werden. Seiner Meinung nach könnten die Projekte das Verständnis füreinander und ein Klima des Respekts und der Achtung fördern.

Andrea Kersten, MdL und bildungspolitische Sprecherin der „Blauen Gruppe“ im Sächsischen Landtag, kommentiert:

„Die beiden Herren tun so, als sei Deutschland erst vor kurzem wiedervereinigt, als hätten Eltern und Schüler absolut nichts über ihre deutschen Nachbarn erfahren. Sie skizzieren mit ihren Forderungen eine Gesellschaft, die noch immer strikt in Ost- und Westdeutschland trennt, den Anderen ‚drüben‘ weniger als Deutschen, sondern mehr als Ausländer sieht. Das ist natürlich Unsinn. Beinahe jede Schule praktiziert heute regelmäßig Austauschfahrten in andere, westliche wie östliche, Bundesländer. Die Mehrheit der Schüler, da bin ich sicher, unterscheidet schon längst nicht mehr zwischen Herkunft aus Sachsen oder aus dem Saarland. Für sie, für uns und vor allem für die Politik sollten wir ein Volk sein, das sich höchstens durch regionale Unterschiede auszeichnet, nicht aber durch ein Aufwachsen in der ehemaligen DDR und der alten BRD.

Fordern die Verantwortlichen jetzt allen Ernstes deutsch-deutsche Austauschprojekte, manifestieren sie die geistige Trennung zwischen Ost und West eher mehr, als dass sie sie abschaffen. Denn wer so tut, als seien der thüringische oder der bayerische Dialekt Ergebnis einer deutschen Teilung, negiert normale und alltägliche Unterschiede, wie es sie auch in Frankreich, Großbritannien oder Polen, ja, überall auf der Welt gibt.“

17.01.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

frei und konservativ

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