Neuer Kultusminister bedauert Presseartikel

Andrea Kersten Pressemitteilung

Große Wellen schlug heute morgen ein Artikel in der FREIEN PRESSE,
nach dem es aufgrund der Tatsache, dass zum gerade angelaufenen
zweiten Schulhalbjahr es in Sachsen nicht gelungen ist, alle freien
Lehrerstellen zu besetzen, nunmehr zur Abfederung des Lehrermangels
eine Kürzung der Stundentafel geplant sei. In einer eigenen
Pressemitteilung betonte das Kultusministerium, dass eine Entscheidung
zu Kürzungen der Stundentafeln noch nicht getroffen ist. Auch im heute
tagenden Schulausschuss bestätigte der Kultusminister, dass das der
FREIEN PRESSE vorliegende Papier eine von mehreren Optionen sei.

Nach diesem  Papier von Kultusminister Christian Piwarz und
Finanzminister Matthias Haß (beide CDU) ist vorgesehen, ab dem
Schuljahr 2019/20 in den fünften Klassen die Fächer Kunst und Musik um
eine Wochenstunde zu reduzieren. Sechstklässler wiederum sollen sowohl
an Oberschulen als auch an Gymnasien in ihrer zweiten Fremdsprache
eine Stunde weniger als bisher unterrichtet werden.

Andrea Kersten MdL, Mitglied der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag,
kommentiert:

„Gleichwohl die gemachten Vorschläge weder beschlossen sind noch
tatsächlich so kommen müssen, ist es erschreckend, dass das SMK in
Arbeitspapieren über solche Optionen nachdenkt.  Einfach so lange
Unterricht zu streichen, bis die Lehrerzahl passt, kann ja wohl kaum
Anspruch der gerade frisch ins Amt gekommenen Unionsmannschaft sein.

Besonders ärgerlich ist es, dass die mögliche Streichung mit ‚Musik‘
und ‚Kunst‘ ausgerechnet Fächer betrifft, die vor allem die kognitiven
Fähigkeiten von Kindern schulen. Das sollte jedem Bildungspolitiker
klar sein, auch dem Kultusminister.

Das Fach ‚Sport‘, wie es die FREIE PRESSE schreibt, ‚einheitlich für
alle Klassenstufen und Schularten auf zwei Wochenstunden zu
beschränken‘, grenzt an die praktische Abschaffung des schulischen
Sportunterrichts. Was für ein fatales Signal an die Kinder und
Jugendlichen – insbesondere, da Studien immer wieder auf die Folgen
mangelnder Bewegung gerade in der „Generation Computer“ sowie auf
zunehmende Übergewichtigkeit von Kindern hinweisen, mit allen
gesundheitlichen Folgen, die das auch im Zusammenhang mit falscher
Ernährung nach sich zieht!

Geradezu fatal ist allerdings aus meiner Sicht, dass das Sächsische
Kultusministerium davon ausgeht, auch in anderthalb Jahren, also bis
zum Schuljahr 2019/2020, nicht in der Lage zu sein, die derzeitige
Situation zu verbessern. Die Frage sei deshalb ganz ernsthaft
gestattet: Wie rechtfertigt es dann seine Tätigkeit überhaupt? Ist das
wirklich der Anspruch in der Bildungspolitik der Sächsischen
Staatsregierung aus Sozialdemokraten und Union?“

02.03.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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