Offene Diskussionen in Schulen erwünscht – Aber bitte ohne Maulkorb!

Andrea Kersten Pressemitteilung

 

Der Direktor der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Löffler, wünscht sich deutlich politischere Debatten in den Schulen des Freistaates. Der Chemnitzer Freien Presse sagte er, dass Schulen jetzt wieder ein „politischer Ort“ seien. Lehrer und Schulleiter müssten zudem „ohne Hemmungen politische Themen angehen“.

Andrea Kersten, MdL (Blaue Partei), bildungspolitische Sprecherin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag, kommentiert:

„Schulen sind vor allem erst einmal eins: Stätten der Wissensvermittlung. Unsere Kinder sollen dort das intellektuelle Rüstzeug für das spätere Leben erhalten, Lesen, Schreiben und das Einmaleins lernen. Dass Lehrer und Schüler im Rahmen von Ethik, Geschichte oder Sozialkunde politische Diskussionen führen, ist gut und auch erwünscht.

Leider bleibt uns Herr Löffler die Antwort auf das ‚Wie‘ in schulischen Debatten schuldig. Gespräche ohne Grenzen, wie sie der Leiter der Landeszentrale gerne hätte, werden mit Sicherheit so nie stattfinden. Zu groß ist die Angst der Pädagogen vor Konsequenzen, wenn heikle Themen auf das Tableau gebracht werden. Der ‚politische Maulkorb‘, der der Gesellschaft jahrelang aufgedrückt wurde, wirkt immer noch. Es ist erschreckend, dass die Furcht vor unangenehmen Folgen das Schulpersonal inzwischen wieder davon abhält, mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. In einer offenen und pluralistischen Gesellschaft wie der unseren sollte so etwas eigentlich in der Tat ohne Hemmungen über die Bühne gehen können.

Als Abgeordnete des Sächsischen Landtages habe ich selbst mehrfach Schulen im Freistaat angeschrieben und Gespräche angeboten. Leider gab es weder Rückmeldungen noch Einladungen. Auch die Schule meiner Kinder lehnte meine Einladung ab, deren Klassen im Landtag zu begrüßen.

Lehrer sollten vor allem gute Moderatoren sein. Sie sollten Diskussionen so gestalten, dass Schüler keine Angst vor Konsequenzen haben müssen. Gesellschaft, Medien und Politik sollten Pädagogen den Rücken stärken, diesen Part zu übernehmen – frei von eventuellen Folgen oder unüberlegten Reflexen.

Ich bin gespannt, wie Herr Löffler das ‚hemmungslose‘ Diskutieren in den Schulen gestalten will. Bei einem Besuch bei den Abgeordneten der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag nächste Woche hat er Gelegenheit, das zu erläutern.“

21.03.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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