Einsatz von Seiteneinsteigern in Leistungskursen und Abschlussklassen- Nachfrage zur kleinen Anfrage Drs. 6/12629

Anfragen Andrea Kersten Bürgerforum Blaue Wende

Anfrage vom 04.04.2018, Dokument Drs 6/12972

  1. Wird derzeit erfasst, in welchen Leistungskursen und Abschlussklassen Seiteneinsteiger eingesetzt werden, wie und durch wen erfolgt die Erfassung?

Grundsätzlich werden diese Angaben nicht statistisch erfasst. Im Rahmen der Beantwortung dieser Kleinen Anfrage wurden die Daten über die einzelnen Standorte des Landesamtes für Schule und Bildung abgefragt. 

2. Gibt es für das Landesschulamt oder für die jeweiligen Schulleiter eine Anweisung, Seiteneinsteiger nicht in Leistungskursen und Abschlussklassen einzusetzen?

Bei Gymnasien und berufsbildenden Schulen ergibt sich die Notwendigkeit des Einsatzes ausgebildeter Lehrkräfte in Abschlussklassen und Leistungskursen aus den gültigen Schulordnungen. Im § 53 Abs. 2 SOGYA ist z. B. festgelegt, dass die Mitglieder der Fachprüfungskommissionen die Lehrbefähigung in dem jeweils zu prüfenden Fach besitzen sollen.

Eine generelle Anweisung, Seiteneinsteiger nicht in Abschlussklassen der Oberschulen einzusetzen, gibt es nicht. An den Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung wurden die Schulleiter darauf hingewiesen, Seiteneinsteiger nur entsprechend ihrer persönlichen Eignung im Unterricht einzusetzen. Die Entscheidung über den Einsatz trifft der Schulleiter.

3. An welchen Schulen in Sachsen, in welchen Klassenstufen und in welchen Fächern werden derzeit tatsächlich Seiteneinsteiger in Leistungskursen und/oder Abschlussklassen eingesetzt?

Auf Grund der Bewerberlage und den erfolgten Einstellungen ist die Lehrerversorgung mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften an den Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung sehr differenziert, was auch einen Einsatz von Seiteneinsteigern in Abschlussklassen erforderlich machen kann.
Als Anlage sind die vom Landesamt für Schule und Bildung ermittelten Schulen aufgeführt, an denen Seiteneinsteiger in Abschlussklassen eingesetzt werden.

4. Wie umfangreich fällt derzeit die intensive Begleitung von in Leistungskursen und/oder Abschlussklassen eingesetzten Seiteneinsteigern durch die jeweilige Schulleitung und durch Fachberater aus (Bitte den durchschnittlichen Zeitaufwand in Stunden pro Woche angeben aufgeteilt nach Schulleitung und Fachberater)?

Der notwendige zeitliche Umfang der Begleitung von Seiteneinsteigern wird nicht erfasst. Neben Schulleitung und Fachberatern begleiten auch Lehrkräfte der Schule die Seiteneinsteiger. Die Vorqualifizierung und die persönlichen Kompetenzen des Seiteneinsteigers spielen bei den Zeitaufwendungen auch eine entscheidende Rolle.
Außerdem werden Seiteneinsteiger durch die dreimonatige Einstiegsfortbildung auf ihre Lehrtätigkeit vorbereitet.

5. Wie und von wem werden die Eltern darüber informiert, dass ihre Kinder von Seiteneinsteigern unterrichtet werden und welche Möglichkeiten gibt es für die betroffenen Eltern, die Unterrichtung ihrer Kinder durch Seiteneinsteiger abzulehnen?

Eine explizite Information der Eltern erfolgt nicht. Seiteneinsteiger sichern den Regelunterricht mit denselben Rechten und Pflichten wie grundständig ausgebildete Lehrkräfte ab. Darüber hinaus ist es Ziel, dass die Seiteneinsteiger schnellstmöglich so qualifiziert werden, dass sie eine Lehrbefähigung erhalten.

Die Lehrauftragsverteilung liegt in der Verantwortung des Schulleiters. Eltern haben keinen Rechtsanspruch auf Unterrichtung ihrer Kinder durch eine bestimmte Lehrkraft, deshalb kann auch der Unterricht durch Seiteneinsteiger nicht abgelehnt werden.

Im Übrigen zeigt sich in verschiedenen Rückmeldungen, dass Seiteneinsteiger aufgrund ihrer beruflichen Vorbildung den Unterricht an den Schulen sehr bereichern können.

Die komplette Korrespondenz finden Sie unter edas.landtag.sachsen.de oder hier

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