Rückkehrmöglichkeit in Vollzeit

Anfragen Andrea Kersten Bürgerforum Blaue Wende

Anfrage vom 05.04.2018, Dokument Drs 6/12984

  1. Wie viele Arbeitnehmer gibt es derzeit in Sachsen, wie viele von ihnen arbeiten in Vollzeit und wie viele in Teilzeit und wie haben sich die Zahlen seit 2013 entwickelt? (Bitte die Antwort nach Jahren aufschlüsseln
  2. Wie viele a) weibliche Arbeitnehmer b) männliche Arbeitnehmer gibt es derzeit in Sachsen, wie viele von ihnen arbeiten je¬ weils in Vollzeit und wie viele in Teilzeit und wie haben sich die Zahlen seit 2013 entwickelt? (Bitte die Antwort nach Jah¬ ren aufschlüsseln

Zusammenfassende Antwort auf die Fragen 1 und 2:
Nach Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit waren im September 2017 in Sachsen (Arbeitsort) 1.130,9 Tausend Männer und Frauen in Vollzeit und 476,3 Tausend in Teilzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zu 2013 war das ein Anstieg von etwa 31.000 Vollzeit- und 85.300 Teilzeitbeschäftigten.

Angaben zur sv-pflichtigen Beschäftigung nach Geschlecht und Arbeitszeit werden quartalsweise erhoben. Die Werte ab 2013 können der Anlage 1 entnommen werden.

3. Wie viele der a) weiblichen Arbeitnehmer b) männlichen Arbeitnehmer arbeiten in den Behörden des Freistaates Sachsen jeweils in Vollzeit und wie viele in Teilzeit und wie haben sich die Zahlen seit 2013 entwickelt? (Bitte die Antwort nach Jahren aufschlüsseln)

Aktuell sind in den Behörden des Freistaates Sachsen 24.891 Arbeitnehmerinnen in Vollzeit und 14.565 in Teilzeit tätig (Stand 5. April 2018). Die Zahl der Arbeitnehmer liegt bei 13.716 bzw. 3.560 Personen.
Angaben nach Geschlecht und Arbeitszeit für die Jahre ab 2013 können der Anlage 2 entnommen werden.

4. Welche Gründe sind der Staatsregierung für die Teilzeitbeschäftigung der Arbeitnehmer bekannt?

Die Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung sind vielfältig. So wird von den Arbeitgebern beispielsweise aus persönlichen oder familiären Gründen, während der Eltern- oder einer Pflegezeit Teilzeitbeschäftigung gewährt. Aber auch die begrenzte Verfügbarkeit von Vollzeitstellen kann ursächlich für eine Teilzeitbeschäftigung sein.
Statistische Erkenntnisse über die Gründe der Aufnahme einer Teilzeitbeschäftigung liegen aus den Befragungsergebnissen des Mikrozensus vor (Wohnort). Die Zuordnung als Teilzeitbeschäftigte beruht auf der Selbsteinstufung der Befragten, wobei die normalerweise zu leistende Arbeitszeit maximal 36 Stunden in der Woche betragen darf.

Nach Information des Statistischen Landesamtes waren im Jahresdurchschnitt 2016 etwa 457 Tausend Personen teilzeitbeschäftigt (ohne Selbständige und mithelfende Familienangehörige). Etwa 28 Prozent der Befragten gaben an, keine Vollzeitbeschäftigung gefunden zu haben. Mehr als jeder Fünfte arbeitet aufgrund von Kinderbetreuung, Betreuung pflegebedürftiger Personen oder aus persönlichen / familiären Gründen in Teilzeit. Bei mehr als fünf Prozent sind Krankheit, Unfallfolgen oder Behinderung Grund für eine Teilzeitbeschäftigung, für rund sieben Prozent Studium oder Aus-/ Fortbildung. Sonstige (nicht näher bezeichnete) Gründe sind für mehr als ein Drittel der Teilzeitbeschäftigten ausschlaggebend.

Die meisten in Teilzeit beschäftigten Personen arbeiten freiwillig in dieser Beschäftigungsform. Nur etwa 28 Prozent der Teilzeitbeschäftigten hat den Wunsch nach mehr Arbeitsstunden geäußert. Insofern ist davon auszugehen, dass mehr als 70 Prozent der Befragten wunschgemäß in Teilzeit arbeiten.

5. Ist der Staatsregierung bekannt, wie viele der derzeit in Teilzeit beschäftigten Arbeitnehmer wieder bzw. erstmals in eine Vollzeitbeschäftigung wechseln möchten und wie vielen der teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer diese Rückkehr aus welchen Gründen aktuell verwehrt wird bzw. in den letzten fünf Jahren verwehrt wurde? (Wenn ja, wird um entsprechende Beantwortung der Teilfragen gebeten)

Zur Zahl der teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer, die wieder bzw. erstmals in eine Voll¬ zeitbeschäftigung wechseln möchten, liegen der Staatsregierung keine abschließenden Erkenntnisse vor. Gleiches gilt für die Zahl der Arbeitnehmer, denen die Rückkehr in eine Vollzeitbeschäftigung verwehrt wird bzw. in den letzten fünf Jahren verwehrt wur¬ de. Auch zu den jeweiligen Gründen ist der Staatsregierung nichts bekannt.
Aus den Befragungsergebnissen des Mikrozensus ist ablesbar, dass 2016 in Sachsen knapp 128 Tausend Teilzeitbeschäftigte den Wunsch nach mehr Arbeitsstunden ge¬ äußert haben (ohne Selbständige und mithelfende Familienangehörige). Etwa sechs Prozent der Befragten würden gern bis 20 Stunden pro Woche arbeiten, fast jeder Fünfte 21 bis 30 Stunden. Reichlich jeder zehnte Teilzeitbeschäftigte wünscht eine wöchentliche Arbeitszeit von 31 bis 35 Stunden und etwa zwei Drittel würde gern 36 Stunden und mehr pro Woche arbeiten. Vollzeitbeschäftigung im Sinne des Mikrozensus ist mit einer normalerweise zu leistenden Arbeitszeit von nicht weniger als 25 Arbeitsstunden in der Woche definiert.

Die komplette Korrespondenz finden Sie unter edas.landtag.sachsen.de oder hier

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