Gekündigte Lehramt-Seiteneinsteigerin in Limbach-Oberfrohna: Politik versteckt sich hinter Regeln, die Kindern gute Lehrer vorenthalten

Andrea Kersten Pressemitteilung

An der Geschwister-Scholl-Oberschule in Limbach-Oberfrohna muss eine Seiteneinsteigerin die Schule verlassen, weil ihr Vertrag für eine Lehrtätigkeit in Englisch und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) nicht verlängert wird. Die 39-jährige wurde vor allem wegen ihrer Sprachkenntnisse in Englisch und Arabisch von Kollegen, Eltern und Schülern sehr geschätzt. Da die Seiteneinsteigerin jedoch kein Studium vorweisen kann, auf das eine Befähigung zum Lehramt aufbauen könnte, läuft die Anstellung mit Ende dieses Schuljahres aus.

Bildungspolitikerin Andrea Kersten, MdL der Blauen Partei, Mitglied im Schulausschuss, kommentiert:

„Dieser Fall ist absurd! Eine Seiteneinsteigerin macht sich mit ihren guten Leistungen, der Sprachkompetenz, ihrem Sozialverhalten und Empathie schnell Freunde unter Kollegen, Schülern und Eltern. Sie badete aus, was die Schulpolitik unter der sächsischen CDU verantwortet: Stundenausfall, Lehrermangel. Dafür ‚darf‘ sie sich nun die Kündigung abholen. Wegen Gründen, die jene gemacht haben, die nicht vor Ort und Stelle an den Brennpunkten stehen. Fernab der Realitäten stricken sie an Programmen, die weder mit Betroffenen besprochen noch ihnen im Vorfeld vorgestellt wurden. Der Fall gleicht den unausgegorenen und vor allem ungerechten Konzepten bei der Lehrerverbeamtung. Alle, die das sächsische Bildungssystem in den letzten 25 Jahre zum Spitzenplatz in Bildungsstudien verhalfen, schauen beim vorgeblich großen und rettenden Schritt zum Stopp des Pädagogenmangels in die Röhre: Beamter wird nur, wer unter 42Jahre ist.

Das Sächsische Kultusministerium will im Fall der Aushilfslehrerin aus Limbach-Oberfrohna keine Kompromisse eingehen. Lieber versteckt es sich hinter den eigenen Regeln. Doch es sind Maßgaben, die unseren Kindern offensichtlich gute Lehrer in Sachsen vorenthalten.Ein guter Lehrer ist in allererster Linie nicht einer, der sein Fachgebiet beherrscht, sondern einer, der es gut vermitteln kann und damit bei den Schülern gut ankommt.

Der Geschassten wünsche ich allen erdenklichen Erfolg bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Möglicherweise findet sie Platz in einem Nachhilfeinstitut, das den Stoff beibringen muss, der wegen Unterrichtsausfall und abgewiesenen Könnern den Schülern vorenthalten wurde!“

25.06.2018

Blaue Gruppe im Sächsischen Landtag

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