Schulessen – Auch Sachsen muss Einrichtungen zur Umsetzung der Ernährungsempfehlung zwingen

Andrea Kersten Pressemitteilung

Die Schüler und Kinder in Kitas bekommen mittags doppelt so viel Fleisch und Wurst auf die Teller als von Ernährungswissenschaftlern empfohlen. Das ergab eine Studie des Sozialministeriums in Dresden.

Demnach überschritten 96,5 Prozent der analysierten Speisepläne die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Maximalmenge an Fleisch und Wurst. Die Gesellschaft rät außerdem, dass letzteres nur an acht von 20 Verpflegungstagen im Monat, Gemüse und Obst hingegen täglich auf die Teller kommt. Die Umsetzung ist freiwillig, nur Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und das Saarland haben sie verpflichtend eingeführt.

Andrea Kersten, bildungspolitische Sprecherin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag, fordert daher auch die Verpflichtung für Sachsen:

„Wir können nicht tatenlos zusehen, wie unsere Kinder täglich Dinge auf den Teller gelegt bekommen, die ganz und gar nicht den fundierten Empfehlungen der DGE entsprechen. Auf jeden Fall bleibt Fleisch wichtig – aber auch achtmal im Monat ist unserer Ansicht nicht wirklich notwendig. Wichtig sind in der Tat ausgewogene Gemüsemixe und Rohkost. Wenn die Grundlage stimmt, ist auch die kleine Süßigkeit ‚danach‘ keine Missetat. Wir Blauen fordern daher für Sachsen ebenfalls die verpflichtende Einführung der von der DGE aufgeführten Ernährungsempfehlungen. Schulen und Kitas müssen gezwungen werden, noch mehr in eine gesunde Ernährung zu investieren. Vor allem dann, wenn einige Eltern aus Kostengründen kaum in Obst und Gemüse investieren.

Typisch ministeriales Handeln ist allerdings die Tatsache, dass für die Erkenntnis der Staatsministerin, hinsichtlich des Speisenangebotes an Schulen und Kitas sei „noch Luft nach oben“, eine Studie erforderlich ist. Ein paar Gespräche mit Eltern schulpflichtiger Kinder, ein Blick auf den einen oder anderen Speiseplan kombiniert mit gesundem Menschenverstand hätte zum gleichen Ergebnis der vorliegenden Studie geführt.  Auch wurden im Landtag bereits mehrmals Anträge der Opposition behandelt, die gesundes und kostenloses Mittagessen für unsere Kinder zum Ziel hatten. Sowohl Frau Klepsch als auch die Regierungsfraktionen haben diese Anträge abgelehnt. Interessant ist auch die Aussage von Staatsministerin Klepsch, wonach sie Eltern rät, selbst aktiv zu werden und das mit dem Aufruf verbindet, mehr bei der Auswahl des Caterers der Schulen und Kitas mitzureden.

Ist das tatsächlich die Konsequenz, die die Ministerin aus den Ergebnissen der Studie zieht? Getreu dem Motto, es liegt etwas im Argen, aber kümmert euch selbst? Der erste Schritt muss jetzt die verpflichtende Einführung der Ernährungsempfehlungen der DGE sein, der zweite die Sicherstellung einer gesunden und möglichst kostenfreien Mahlzeit für alle Kinder und Jugendlichen in Sachsen.“