„Rock gegen Rechts“: Man kann nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben

Andrea Kersten Pressemitteilung

Am kommenden Montag wollen in Chemnitz diverse Musikgruppen ein „Zeichen gegen Rechts“ setzen. Vor dem Karl-Marx-Denkmal werden unter anderem Musiker wie Tote Hosen, Kraftklub und Feine Sahne Fischfilet erwartet. Letztere wurden wegen ihrer Aufrufe zur Gewalt vom Verfassungsschutz beobachtet.

Andrea Kersten, Mitglied der Blauen Partei im Sächsischen Landtag, kritisiert:

„Gewalt wie jene in Chemnitz hat in unserem Land keinen Platz. Wer so handelt, muss geächtet, verfolgt und verurteilt werden. Im gleichen Atemzuge sollte jeder, der die Vorgänge von Chemnitz verurteilt, aber auch gegen die Instrumentalisierung durch Musikgruppen aufstehen. Vor allem dann, wenn sich eine offen linksextremistisch agierende Band auf die Bühne stellt, die Polizisten und Andersdenkenden gerne mit dem ‚Knüppel auf die Fresse‘ hauen würde. Dass sich Veranstalter und die Stadt Chemnitz dann auch noch dazu hinreißen lassen, das Aufgebot am kommenden Montag als ‚Ehrenmenschen‘ zu bezeichnen, ist eine Frechheit.

Ein Mensch ist gestorben. Das spielt offensichtlich überhaupt keine Rolle mehr. Auch von den auftretenden Musikern kommt dazu kein Wort.

Anstatt ein Konzert als Positionierung gegen solche fürchterlichen Gewalttaten, dass diese in unserer Gesellschaft keinen Platz haben und als Erinnerung an Daniel H. zu initiieren, gibt es stattdessen ausgelutschte Plattitüden von ‚Aufstehen‘, ‚Haltung zeigen‘, ‚Zeichen setzen‘. Wer sich allerdings mit Linksextremisten ins Bett legt, um gegen das andere Extrem zu Felde zu ziehen, erweist der Sache einen Bärendienst.

Politiker, Medien und Verantwortliche der Stadt sollten deutlich machen, dass in Chemnitz jeder seinen Platz hat, der sich an Werte, Regeln und Normen hält. Das nun aber im Rahmen eines Konzerts einfach auszublenden, weil es angeblich für eine gute Sache ist, macht Kritik an den Vorgängen in Chemnitz absolut unglaubwürdig. Auch wenn das Konzert kostenlos ist – aus Merchandising, Getränke- und Speisenverkauf fließt genug Geld in die Kassen der Teilnehmenden. Die Einnahmen für das Kind des Ermordeten zu spenden – das wird hoffentlich geschehen.“