Unterschriftenaktion für Gemeinschaftsschule: Wo sind Befürworter die letzten Monate gewesen?

Andrea Kersten Pressemitteilung

Am 29. September beginnt das Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“ mit einer Unterschriftenaktion für einen Volksantrag. Ziel soll es sein, Lernen von der ersten bis zur zwölften Klasse in einer Gemeinschaftsschule möglich zu machen. Das Bündnis wird unter anderem von der GEW, der SPD, den Linken und Grünen, Landeseltern- und Landesschülerrat unterstützt.

Bildungspolitikerin Andrea Kersten, MdL der Blauen Partei, kommentiert:

„Auch die Blaue Partei kann längerem gemeinsamem Lernen etwas abgewinnen. Allerdings nicht in den Größenordnungen, die den Initiatoren der Aktion vorschwebt. Eine Gemeinschaftsschule für eine komplette Schullaufbahn zu schaffen, wäre in der jetzigen Bildungssituation verheerend. Noch immer krankt das Bildungssystem im Freistaat an vielen Unzulänglichkeiten, die –wenn überhaupt- nur mit Ach und Krach bewältigt werden können. Da erscheint es reichlich weltfremd, in dieser angespannten Situation eine umfassende Reform starten zu wollen.

Überhaupt muss man sich fragen, ob die Befürworter dieses Projektes Anhörungen und Ausschüsse besucht haben. Wer nicht gänzlich von Blindheit geschlagen ist, muss die dortigen Diskussionen Pro und Contra Gemeinschaftsschule mitbekommen haben. Stichwort Diskurs: Erst heute im Schulausschuss schilderte ein Schulleiter in einer öffentlichen Anhörung die problematische Realität an seiner Schule.

Aufmerksamen Zuhörern dürfte kaum entgangen sein, wie prekär die Lage in unseren Schulen ist. Wer unter diesen Zuständen noch immer von einer Gemeinschaftsschule träumt, macht den zweiten Schritt vor dem ersten.“

21.09.2018