Fachkräftestrategie 2030

Andrea Kersten Anfragen Bürgerforum Blaue Wende

Kleine Anfrage Drs.-Nr.: 6/14341

Datum: 09.08.2018

den Fragen sind die nachfolgenden Ausführungen vorangestellt:

„Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) beabsichtigte Anfang des Jahres 2018 den Auftrag für die Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie Sachsen 2020 zur „Fachkräftestrategie 2030 für den Freistaat Sachsen“ zu vergeben.“

Frage 1: Welchem Dienstleister wurde wann von der Staatsregierung der Auftrag zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie erteilt, was waren die Entscheidungskriterien für diese Entscheidung und welche Kosten entstehen dem Freistaat Sachsen für die Fortschreibung der Fachkräftestrategie?

Der Zuschlag für den Dienstleistungsvertrag „Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie Sachsen 2020 zur Fachkräftestrategie 2030 für den Freistaat Sachsen“, wurde nach Durchführung eines europaweiten Vergabeverfahrens am 9. April 2018 der Prognos AG, Goethestraße 85, 10623 Berlin, erteilt. Das Los 1: Analyse, Bewertung und Beteiligungsprozesse umfasst sowohl Festpreisals auch Rahmenvertragsleistungen. Die Auftragswertermittlung bezüglich der Rahmenvertragsleistungen basiert auf der geschätzten Auftragsmenge. Auf dieser Grundlage wurde für den gesamten Vertragszeitraum ein Auftragswert in Höhe von 348.125,00 Euro ohne MwSt ermittelt. Im Los 2 wurde die Vergabe von „Layout und Druck“ getrennt veranschlagt. Der Auftrag für Los 2 wurde noch nicht erteilt. Das wirtschaftlichste Angebot im Los 1 wurde anhand von drei Zuschlagskriterien ermittelt. Zuschlagskriterium 1 war der Preis mit einer Gewichtung von 40 Prozent. Zuschlagskriterium 2 war die Bewertung der mit dem Angebot einzureichenden Darstellung „SWOT-Analyse, Ergebnisdarstellung“ mit einer Gewichtung von 35 Prozent. Das Zuschlagskriterium 3 war die Bewertung der Darstellung „Veranstaltungsdesign Strategieforum“ mit einer Gewichtung von 25 Prozent, welche ebenfalls mit dem Angebot einzureichen war.

Frage 2: Wann ist die FertigstellungNeröffentlichung der ersten Fassung der „Fachkräftestrategie 2030 für den Freistaat Sachsen“ geplant?

Die Veröffentlichung der neuen Fachkräftestrategie 2030 ist für das 1. Quartal 2019 geplant.

Frage 3: Wann wurde bzw. wird die Fachkräftestrategie 2020 evaluiert?

Eine externe Evaluierung der Fachkräftestrategie 2020 war nicht vorgesehen. Gleichwohl wurde die Fachkräftestrategie 2020 durch eine interministerielle Arbeitsgruppe „Fachkräfte“ begleitet, die regelmäßig über die Umsetzung der Ziele und Maßnahmen sowie den Fortschreibungsbedarf an das Sächsische Kabinett berichtete. Diese Erkenntnisse werden auch in die aktuelle Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie 2030 einfließen.

Frage 4: Was ist das Ziel der Fachkräftestrategie 2030 im Vergleich zur Fachkräf- testrategie 2020?

Die Fachkräftestrategie 2030 (FKS 2030) versteht sich als Fachkräftestrategie für den Freistaat Sachsen und nicht mehr wie die Fachkräftestrategie 2020 für den Bereich der Staatsregierung. Darüber hinaus werden die neuen zentralen arbeitsmarktpolitischen, soziodemographischen und technologischen Entwicklungen (z. B. Arbeitswelt 4.0), die das Fachkräfteangebot und die -nachfrage beeinflussen sowie die geänderten Rahmenbedingungen eingearbeitet.

Es erfolgt eine Erweiterung des strategischen Blickwickels über die Betrachtung der Handlungsfelder staatlicher Daseinsfürsorge und damit verbundener Maßnahmen hinaus. Die Fachkräftestrategie 2030 nimmt alle arbeitsmarktrelevanten Akteure wie Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen aber auch die Kommunen und deren Gestaltungsoptionen stärker in den Blick. Die Expertise und Perspektiven dieser Partner wer- den sowohl über die begleitende Arbeitsgruppe zur FKS 2030 als auch im breiten Online-Beteiligungsverfahren einbezogen.

Die zentrale inhaltliche Zielstellung der FKS 2030 ist die dauerhafte Absicherung des sächsischen Wirtschafts- und Arbeitsmarktes mit qualifizierten Fachkräften. Die verschiedenen Akteure am sächsischen Arbeitsmarkt sollen in die Lage versetzt werden, geeignete Fachkräfte zu entwickeln, zu gewinnen, zu binden sowie weiter zu qualifizieren. Dabei sollen alle vorhandenen Potentiale am Arbeitsmarkt ausgeschöpft sowie neue Potentiale für qualifizierte Fachkräfte erschlossen werden.

Frage 5: Welches sind die Unterscheidungsmerkmale zwischen der Fachkräftestrategie und der Fachkräfteallianz Sachsen?

Die Fachkräftestrategie ist die inhaltliche Grundlage zur Ausgestaltung der Fachkräftesicherung im Freistaat Sachsen in den verschiedensten Handlungsfeldern. Währenddessen ist die Fachkräfteallianz Sachsen das zentrale Gremium der sächsischen Arbeitsmarktakteure, deren Aufgabe es ist die inhaltlichen Schwerpunkte der Strategie im Zuge ihres jeweiligen Gestaltungsbereiches in konkrete Handlungen umzusetzen.