Kampf gegen Extremismus in Schulen muss breiter aufgestellt sein

Andrea Kersten Pressemitteilung Bürgerforum Blaue Wende

In den nächsten zwei Jahren stellt der Freistaat 400.000 Euro für das Projekt der Robert-Bosch-Stiftung, „Starke Lehrer – starke Schüler“ zur Verfügung. Das Programm, das Lehrer für rechtsextreme Tendenzen ihrer Schüler  sensibilisieren soll, wird nach der Pilotphase an neun Berufsschulen nun auch in das gesamte sächsische Schulsystem übernommen.

Bildungsexpertin Andrea Kersten, MdL (Blaue Partei), kommentiert:

„Sachsens Kultusminister Christian Piwarz lässt sich im Zusammenhang mit dem Modellprojekt zu der Bemerkung hinreißen, Schule sei ein politischer Ort. Ja, Schüler sollen im Unterricht die politischen Systeme kennenlernen, ihre Verfahrensweisen verstehen und einem Extremismus die Stirn bieten. Ich spreche allerdings bewusst von einem allgemeinen Extremismus –keinem, der einer bestimmten politischen Richtung entstammt.

Denn es ist unzweifelhaft richtig, sich rechtsextremen Umtrieben schon in der Schule entgegen zu stellen. Es ist allerdings genauso vernünftig, Kinder und Jugendliche zur Diskussion zu bitten, wenn sie sich offen linksextrem verhalten. So, wie ein Hakenkreuz auf der Federmappe zu einem Gegensteuern führen sollte, muss es auch der Che-Guevara-Button am Hemdkragen tun. Es nützt nichts, so zu tun, als gäbe es im Extremismus schlimme und einige weniger schlimme Richtungen. Einem Opfer von Radikalisierten ist es egal, ob es von links oder rechts angegriffen wurde. Deshalb: Das Projekt ‚Starke Lehrer – starke Schüler‘ sollte auf jegliche Form des politischen Extremismus abzielen.

Im Übrigen wäre es sicher vorteilhafter, den Schülern nicht immer Demokratie vorbeten zu wollen, sondern sie ihnen auch tatsächlich zu ermöglichen. Dazu würde gehören, mit Andersdenkenden die Diskussion zu fördern, statt sie abzukanzeln und in sie in ihren Unterschieden respektieren und gewähren lassen. Ansonsten könnte der Verdacht entstehen, Demokratie ist das, was Linke und Grüne für geboten halten.“

06.11.2018