Senioren-Sportlerehrung: Freistaat Sachsen zeigt Erfolgreichen die kalte Schulter

Andrea Kersten Pressemitteilung Bürgerforum Blaue Wende

Sachsen kümmert sich zu wenig um Sportler, die zu nationalen und internationalen Masters(Senioren)-Meisterschaften reisen. Das ist das Ergebnis einer Kleinen Anfrage (Drs. 6/15003) von Andrea Kersten, MdL der Blauen Partei, sportpolitische Sprecherin. Demnach gibt die Staatsregierung zu, Sportler weder mit Fahrt- oder Übernachtungszuschuss zu unterstützen.

Die Fragestellerin kommentiert:

„Das Ergebnis meiner Kleinen Anfrage ist ein einziges Trauerspiel. Dass dem Freistaat die vielen Aktiven, die für ihr Bundesland antreten und es bei Meisterschaften auch gebührend vertreten wollen, herzlich egal ist, spricht aus jeder Zeile der Antwort von Innenminister Prof. Wöller (CDU). Zum einen stimmt die Auflistung der Erfolgreichen nicht. Ich konnte mich mit Sportlern unterhalten, die nachweislich einen Platz errungen hatten, in der vom Innenministerium herausgegebenen Liste aber nicht auftauchen. Das ist schon ein Indiz, wie ‚wichtig‘ den Verantwortlichen unsere Athleten sind.

Zum anderen hält es der Freistaat nicht für nötig, die Teilnehmer mit Zuschüssen zu Anreise und Übernachtung zu bedenken. Die meisten Wettbewerbe finden im Ausland statt – mit entsprechenden Kosten. Dass die Männer und Frauen, die ja auch für Sachsen Medaillen gewinnen wollen, finanziell derartig im Regen stehen gelassen werden, spricht Bände. Bände über die mangelnde Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird. Ich habe das Gefühl, das Ressort von Herrn Prof. Wöller sieht in den sportlichen Senioren nichts weiter als eine Laiengruppe, die zum reinen Vergnügen trainiert, kämpft, gewinnt und verliert. Natürlich – Wer bei Wettbewerben antritt, macht es zuvorderst wegen des sportlichen Ehrgeizes. Nicht, weil große Gelder winken. Aber dass Sachsen den Masters mit so viel Desinteresse und  Langeweile begegnet, ist schon ein starkes Stück.

Gewinnern wird übrigens ein Glückwunschschreiben des Landessportbund-Präsidenten überreicht. Noch, muss man sagen. Denn erst durch meine Kleine Anfrage scheinen die Zuständigen die Notwendigkeit einer standesgemäßen Ehrung erkannt zu haben. Künftig soll es nun auch einen Brief des Landessportministers geben. Das kann aber nur der Anfang sein. Der Freistaat muss seinen Sportlern viel
mehr entgegenkommen. Das kann ideell sein -zum Beispiel mit einer Einladung zur jährlich stattfindenden Sächsischen Sportgala- und auch finanziell. Die Einrichtung von entsprechenden Mitteln im künftigen Haushalt wäre ein richtiger, wichtiger Schritt dazu.“