Opferbeauftragter Sachsen: Das sind wir Angehörigen und Opfern von Berlin schuldig

Andrea Kersten Pressemitteilung
Andrea Kersten, MdL der Blauen Partei #TeamPetry, erklärt ihren eingebrachten Änderungsantrag mit Ziel der Schaffung eines sächsischen Opferbeauftragten: „Am 19.12.2016 geschah der Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz. Die Bilanz: Elf Tote, 100 Verletzte, viele davon dauerhafte Pflegefälle. Im Verlauf des Geschehens zeigte sich, dass es weder eine zentrale Anlaufstelle für die Opfer, Angehörigen und Hinterbliebenen gab und auch keinen Verantwortlichen, wo alle Informationen oder Fäden zusammenliefen. Der Abschlussbericht des Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die Opfer des Anschlags, Kurt Beck, ist nicht nur eine Beschreibung bzw. Aufarbeitung der Geschehnisse in Berlin, sondern er enthält auch konkrete Handlungsempfehlungen. Eine wesentliche besteht in der Aufforderung an die Bundesländer, einen eigenen Opferbeauftragten für Terroranschläge zu berufen. Genau das soll das Ziel dieses Änderungsantrages sein. Im sächsischen Innenministerium angesiedelt, soll ein Landesbeauftragter für Opfer und Betroffene von Terroranschlägen und inländischen Großschadensereignissen berufen werden. Es geht um eine zentrale Anlauf-, Beratungs- und Betreuungsstelle, deren wesentliche Aufgabe darin besteht, Betroffene so früh wie möglich qualifiziert zu informieren,  ein Hilfsnetzwerk von Beratungsstellen zu vermitteln – dazu zählt auch die neue Landeszentralstelle für Psychosoziale Notfallversorgung, deren Schaffung wir ausdrücklich begrüßen-, eine Abstimmung aller Beteiligten mit dem Ziel einer qualifizierten Öffentlichkeitsarbeit und einer nachhaltigen weiteren Beratung der Betroffenen. Letztlich soll eine funktionierende Struktur geschaffen werden, die in kürzester Zeit aktiviert werden kann. Die Gefahr vor Terroranschlägen ist längst nicht mehr fiktiv. So sehr wir alle inständig hoffen, dass Sachsen von einem Terroranschlag verschont bleibt, können wir weder unseren Einwohnern noch unseren Gästen garantieren, dass wir sie hundertprozentig schützen können. Und weil wir das wissen, müssen wir uns jetzt darauf vorbereiten. Das sind wir auch den Opfern und Angehörigen von Berlin schuldig. Schade, dass mit der Ablehnung dieses Antrages die Mehrheit der Abgeordneten des Sächsischen Landtags die Notwendigkeit eines solchen Beauftragten nicht sieht.“