Lehrerzulage: Warum siegt immer die Eitelkeit über die Vernunft?

Andrea Kersten Pressemitteilung
Die Lehrerzulage von 1.000 Euro brutto, die Referendaren außerhalb der Ballungsräume Dresden und Leipzig ab 1. August 2019 gezahlt werden soll, ist an Bedingungen geknüpft. Nur, wer sich für mindestens fünf Jahre für eine Stelle auf dem Land verpflichtet, erhält die Summe. Bildungspolitikerin Andrea Kersten, MdL der Blauen Partei #TeamPetry, kritisiert: „Es ist frustrierend. Nicht nur, dass angehende Lehrer noch ein halbes Jahr warten müssen, bis der ihnen eigentlich für Jahresbeginn versprochene Zuschlag gezahlt wird. Sondern auch das Verhalten der Regierungskoalition. Vor etwa zwei Jahren hatten wir dieses finanzielle Extra  gefordert. Die Zielrichtung war fast deckungsgleich mit der des Kultusministeriums: Lehrer dorthin zu locken, wo die Pädagogendichte besonders gering war. Auch damals hatten wir vor, die Zahlung an eine mindestens fünfjährige Verpflichtung zu koppeln. Hochnäsig hielt man uns entgegen, dass eine derartige Bindung nicht im Interesse junger Leute wäre. Kein Referendar würde einem vorgegebenen Zeitplan etwas abgewinnen können. Im Jahre 2019 scheint man Nachwuchskräften diese Nachsicht nicht mehr zu gönnen. Welcher Eindruck, welche Folgen das hat, scheint man im Dresdner Regierungsviertel noch nicht zu begreifen. Das sächsische Bildungssystem wartet nun nämlich noch länger, um zu erkennen, ob die Landzulage den gewünschten Erfolg bringt. Hätten CDU und SPD dem Vorstoß der Opposition schon damals ihr OK gegeben, wären wir jetzt zwei Jahre weiter. Und wären unter Umständen in der Lage, neu zu justieren, gegenzusteuern, Neues auszuprobieren. Es ist schade, dass eine Regierung, aus welchen Parteien sie auch immer bestehen mag, Ideen der Opposition abkanzelt und verdammt. Das eigene Parteibuch, die Kaderkarriere, die persönliche Eitelkeit sind scheinbar wichtiger. Dass zum Politiker sein aber weit mehr gehört, als sich selbst nur gerne reden zu hören, scheinen einige leider zu vergessen. Unvoreingenommen, ohne ideologische Scheuklappen das Land zu gestalten, dem Eid, den man zu Beginn des Parlamentarierdaseins geleistet hat, zu folgen – das sollte Maßstab allen politischen Handelns sein.“