Unterrichtsausfall in Chemnitz: Wozu sind Ausschüsse im Landtag da?

Andrea Kersten Pressemitteilung

Der Unterrichtsausfall nimmt insbesondere in Chemnitzer Schulen dramatische Formen an. In einem Chemnitzer Gymnasium sei über Monate hinweg das Fach Gemeinschaftskunde ausgefallen. Eltern und Schüler sprechen insgesamt von monatelangem Ausfall quer durch alle Fächergruppen, weil Lehrer fehlen. Mittlerweile muss auch das zuständige Landesamt für Schule und Bildung einräumen, dass sich der Unterrichtsausfall an den Chemnitzer Schulen trotz verschiedener Versuche zur Verbesserung der Lehrer-Situation in Sachsen in den zurückliegenden Monaten weiter verschärft hat.

Andrea Kersten, MdL der Blauen Partei #TeamPetry, bildungspolitische Sprecherin und Mitglied im Schulausschuss, kritisiert:

„Nach den heute bekannt gewordenen alarmierenden Zuständen in Chemnitz frage ich mich einmal mehr, was eigentlich Sinn und Zweck der Sitzungen des Ausschusses für Schule und Sport im Sächsischen Landtag, dessen Mitglied ich bin, ist. Erst am Freitag vergangener Woche tagte dieser Ausschuss. Das Thema Unterrichtsausfall war selbstverständlich Thema. Wer nun allerdings denkt, Minister Christian Piwarz (CDU) hätte die Ausschussmitglieder über die Chemnitzer Situation informiert, irrt gewaltig. Zwar sprach der über die Zahlen zum durchschnittlichen planmäßigen und außerplanmäßigen Unterrichtsausfall in Sachsen, Besonderheiten werden aber augenscheinlich geflissentlich verschwiegen. Aber das sind wichtige Informationen für Ausschussmitglieder – gerade wenn es sich nicht nur um eine einzelne Schule handelt, sondern es offensichtlich eine ganze Stadt, noch dazu eine kreisfreie, betrifft.

Natürlich ist uns Ausschussmitgliedern bekannt, dass die Region Chemnitz besonders vom Lehrermangel betroffen ist. Dass es jedoch so dramatisch ist, war mir bisher nicht bekannt. Ich finde es mehr als bedauerlich, dass ich bestimmte Informationen immer erst aus der Presse erfahre und frage mich daher, welchen Stellenwert ein Ausschussmitglied eigentlich hat. Wenn sich an dieser Praxis des Unter-den-Teppich-kehrens absehbar nichts ändert, bedarf es scheinbar keiner Fachausschüsse mehr.“